Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Mittwoch, 1. Oktober 2008

T.I. - Paper Trail

Unsere Wertung: ****

Paper Trail

Genre     Hip-Hop

Und er haut schon wieder ein Album raus! In sieben Jahren sechs Platten abzuliefern schafft nicht jeder. Mit T.I.'s "Paper Trail" kommt nun eines der nächsten heiß ersehnten Alben 2008 auf den Markt. Dass es dem Jungen aus Atlanta nie an Selbstbewusstsein gefehlt hat wissen wir seit er mit seinem überheblichen King-Of-The-South-Gequatsche angefangen hat, dies erlebt nun eine Steigerung. Auf dem Aufkleber von "Paper Trail" prangt der stolze Schriftzug "The Best Album Of The Year". Ob es das ist, wird in den folgenden Zeilen erörtert. Producernamen wie Drumma Boy, DJ Toomp, Just Blaze, Kanye West und Swizz Beatz klingen ja schon sehr vielversprechend, dafür lassen Gäste wie Rihanna, Usher, Justin Timberlake und Lil Wayne wohl eher auf ein rein auf Gewinn ausgelegtes Mainstream-Album schließen.
Der Einstand fällt mit "I'm Illy" schon mal nicht schlecht aus. Tiefe Kickbeats, leise Frauengesänge im Hintergrund und immer mal wieder einzelne Elemente wie Streicher oder Piano und ein bissig rappender T.I., gut, aber für das beste Album des Jahres muss schon noch eine Steigerung her. Am Besten tut man dies mit einer echten Überraschung. Nach ihrem heftigen Beef war es absolut nicht zu erwarten, dass T.I. sich Ludacris an Bord holt. Dessen Auftritt findet man auf "On Top Of The World", ein Song, der vor Überheblichkeit nur so strotzt. Geboten bekommt einen genial melodischen Snythie-Beat von DJ Toomp, welcher maßgeschneidert ist für den zweiten Gast, nämlich B.o.B.. Was die beiden MCs betrifft zeigt Ludacris seinem neuen Freund eindeutig wo der Hammer hängt, denn mit seiner großartigen Performance kann der selbsternannte King nicht mithalten. Dennoch ein erstes Highlight von "Paper Trail". Mit Überraschungen geht es gleich auf "Live Your Life" weiter. Wer erinnert sich nicht noch an den furchtbaren Sommerhit "Dragostea Din Tei" aus 2004? Und genau dieser wurde hier als Vorlage verwendet. Seine Melodie verwendet Rihanna im Hook, gleichzeitig singt sie das erste Mal mit Autotune, ein Trend, der wirklich jeden Künstler zu erreichen scheint. T.I.'s Vorstellung über dem wieder seht elektrischen, aber auch sehr freshen Beat ist eigentlich nicht zu kritisieren, allerdings beachtet man ihn aufgrund Rihannas so gut wie gar nicht. Synthesizer ohne Ende bekommt man sofort wieder mit dem darauffolgenden Song "Whatever You Like" auf die Ohren. Nicht wirklich abwechslungsreich, doch eine gewisse Emotionalität, die vor Allem dadurch hervorgerufen wird, dass T.I. eher singt als rappt, macht das Lied dann doch zu einer kleinen Besonderheit. "No Matter What" bewegt sich endlich in eher instrumentaler Ebene. Eine coole 70er Jahre E-Orgel erschafft zusammen mit Drums und einer E-Gitarre einen echten Ohrwurm, besonders im Refrain kommt T.I.'s kratzige Stimme richtig gut. Mit "My Life Your Entertainment" (feat. Usher) und "Porn Star" gibt es eine eher unspektakuläre Phase. Deutlich aufsehenerregender ist da "Swing Ya Rag", welches aus den Händen Swizz Beatz' stammt. Dieser scheint er endlich wieder an seine alte Klasse heran zu kommen, denn der Song ist schlicht und einfach gesagt ein echter Banger, der von vorne bis hinten einfach nur knallt. "What's Up, What's Haapnin'" beginnt furios und vielversprechend, doch wenn die Strophen einsetzen hat sich das dann doch wieder recht schnell - leider! Dies scheint so ein Phänomen von T.I. zu sein, denn das Selbe passierte ihm schon auf "T.I. vs. T.I.P." mit "We Do This", daher nur Durchschnitt. Dies kann man von "Swagga Like Us" überhaupt nicht behaupten, im Gegenteil. Die Produktion ist für Kanye West-Verhältnisse unheimlich elektrisch, jedoch nicht minder gut. Seine Beats pumpen kraftvoll, was durch die Trommelschläge im Hintergrund gut widerlegt wird, auch die Gesänge sorgen für richtig Power. Mit T.I., Kanye, Jay-Z und Lil Wayne sind hier gleich vier richtige Schwergewichte vertreten, wobei besonders Altmeister Jay-Z sein Klasse aufblitzen lässt und den jungen Cats zeigt, wer hier der Chef im Ring ist. So langsam erreicht man nun das Ende von "Paper Trail" und dies wird mit "Slide Show" wunderbar eingeleitet. Hier hätten wir ein richtig schönes R'n'B-Instrumental, das aus einer traumhaften Piano-/Synthie-Kombination besteht. T.I. rappt ruhig, souverän und einfach gut, wird jedoch von Feature John Legend und seinem fantastischen Gesang noch einmal übertroffen. Definitiv einer der Hits des Albums, wenn nicht der beste Song überhaupt. In die emotionale Richtung geht auch der Closer "Dead And Gone" zusammen mit Justin Timberlake. Zusätzlich zum Klavier kommt ein relativ schneller Takt, zu dem T.I. mal zeigt wie gut er eigentlich rappen kann, das hätte er ruhig öfter mal tun sollen. Naja, sei's drum. Insgesamt ein recht ordentlich, nicht mehr, nicht weniger.
Auch wenn "Paper Trail" mit seinem Mainstream mäßigen Sound eindeutig auf die Charts zielt, macht es einfach Spaß und das ist ja die Hauptsache. Schlechte Songs gibt es absolut keine, das ist ein Fortschritt zum alten Album, leider aber auch keine großen Experimente. Es klingt zwar nicht typisch ATL, dennoch ist die Herkunft aus dem dreckigen Süden nicht von der Hand zu weisen. Das beste Album des Jahres ist diese Platte definitiv nicht, aber dennoch ein gutes Werk. Wer T.I. mag, wird hier garantiert Gefallen finden, alle anderen, die dem etwas poppigeren Rap abgewandt sind, ist vorher reinhören unbedingt zu empfehlen.

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Dienstag, 30. September 2008

Travis - Ode to J.Smith

Unsere Wertung: ****

Ode to J.Smith

Genre     Alternative Pop/Rock

Mit "Ode to J. Smith" zeigen Travis, was sie in ihren Konzerten längst bewiesen haben: Das sie zu mehr fähig sind als nur zu schönen Melodien.
Das Album ist rockig, hat Ecken und Kanten. Der Sound wurde nicht glattgebügelt, es gibt schonmal eine verzerrte Gitarre zu hören.
Es ist sehr abwechslungsreich und erinnert teilweise an das Debutalbum "Good Feeling", allerdings reifer.
Auch auf diesem Album gibt es die herrlichen Melodien, ohne die kaum ein Travis-Song auskommt, diese Songs wirken auch jedoch nicht mehr aalglatt wie auf dem Vorgänger, sie haben mehr Energie.
Das Album besticht vom ersten bis zum letzen Lied durch kraftvolle Musik, man hört, das die 11 Songs live aufgenommen wurden.
Travis scheinen sich selbst neu erfunden zu haben, ohne ihre Wurzeln und ihre Stärken aus den Augen zu verlieren.

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Montag, 29. September 2008

Rosenstolz - Die Suche Geht Weiter

Unsere Wertung: ****

Die Suche Geht Weiter (Digi im Schuber)

Genre     Pop

'Die Suche geht weiter' ist das elfte Album von Rosenstolz.
Zwölf Lieder, die allesamt ein kleiner Kosmos für sich, die große Popkunst sind.
Zwölf Songs, zwölf Tauchgänge in die Tiefe der Seele.
'Unerwartet (Ein Fenster zum Himmel)' , 'Gib mir Sonne', 'Blaue Flecken'... schon die Titel sprechen Bände und bekunden, dass wir nicht allein sind. Das neue Album von Rosenstolz gibt Halt, legt sich wie eine warme Decke um das Gemüt und streichelt zärtlich unsere geschundenen Herzen, um gleichzeitig aufzurütteln, wie es Peter in 'Irgendwo dazwischen' selbstbewusst demonstriert.
Kein Platz für Monotonie im Lande Rosenstolz.
Es ist schwer, es ist leicht, es ist wunderschön. Und es ist ein Ereignis für viele Menschen, die sich mit diesen Liedern auf ihre eigene Weise beschäftigen werden. Die mit ihnen weinen, lachen und einfach... das Leben feiern!

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Freitag, 26. September 2008

Ne-Yo - Year of the Gentleman

Unsere Wertung: ****

Year of the Gentleman

Genre     RnB

2008 war bisher ein recht erfolgreiches Jahr in Sachen RnB.
Keine Frage also, dass auch RnB Talent Ne-Yo, nach dem riesen Erfolg
mit "Because of You", sein zweites Album "The Year of the Gentleman" veröffentlicht,
um weiterhin ganz oben im schnelllebigen Musikgeschäft mitmischen zu können.

Tatsächlich gelingt es ihm mit seiner aktuellen Scheibe diese hohen Anforderungen
zu erfüllen und sich neben aktuellen RnB Alben wie "Exclusive" von Chris Brown
oder "Here I Stand" von Usher mühelos einzuordnen.

"The Year of the Gentleman" serviert dem Zuhörer feinsten RnB.
Zwar darf man bei einer deratig schnellen Produktion des Albums keine innovativen
Stiländerungen erwarten, doch bringt das zwölf Songs beinhaltende Album einige
Tophits mit, die neben der dauerrotierenden Erstauskopplung "Closer",
noch einige Tophits im Petto hält.

Ob ungewollt oder nicht muss sich Ne-Yo ein weiteres Mal der Tatsache stellen,
dass er in einigen Liedern vom Gesang her unglaublich an Michael Jackson erinnert.
Gerade bei höheren Gesangseinlagen ist die Ähnlichkeit nicht abzuweisen.

Negativ ist diese Tatsache bei weitem nicht zu bewerten, immerhin ist Michael Jackson
ein Stück Musikgeschichte, doch sollte sich Ne-Yo im allgemeinen langsam aber sicher
einen deutlicheren eigenen Stil anlegen um sich von der breiten Masse an RnB Künstlern,
die den Markt regelrecht überfluten, abzuheben.

Denn viele Songs auf dem Album hören sich zwar sehr gut an, hätten allerdings
genauso gut auf einem Chris Brown Album landen können.

Hierzu zählen vor allem die Songs "Single" oder "Mad", die beide durch wunderschönen
RnB bestechen jedoch zu beliebig klingen und sich nicht hundertprozentig mit dem
Künstler Ne-Yo in verbindung bringen lassen, was für den Widererkennungswert sprechen
würde.

Einzigartig klingt neben dem leider bereits ausgelutschten "Closer" der Song
"Miss Independent", der mit einem sehr eigenen, dennoch eingängigen Beat besticht und
zu dessen Rhytmus Ne-Yo's Gesangseinlagen perfekt passen - ein wirklicher Topsong,
der nicht umsonst die zweite Singleauskopplung des Albums sein wird.

Textlich braucht man bei einem derartigen Album nicht all zu viel zu erwarten, deshalb
überzeugen auch Titel wie "Part of the List" und "Back to What you know", vor allem
gesanglich und durch eingängige Beats, als durch lyrische Raffinesse.

Sie es drum, denn insgesamt liefert Ne-Yo genau das ab was auch zu erwarten war und
was gefordert wurde.
Nichts neues, dafür sehr guten RnB in gewohnter Art und Weise.
Und seien wir mal ehrlich, manchmal ist auch keine Veränderung eine Veränderung,
vor allem wenn sie so schön klingt wie auf diesem Album.

Schnulzen für frisch verliebte - Grauenhaft schlecht !1
"So you can Cry" - Richtig ! Dieser Track ist ein Beleg dafür, wie schlecht RnB sein kein. Ein Track ohne Höhen und Tiefen, ohne Spannungsbogen im Rhytmus, einfach schlimm. Der Rest des Albums ist keinen Deut besser, da muss ich nicht mal die Tracks nennen, das wird jeder der etwas Geschmack hat, selbst hören. Also der RnB der Neuzeit ist einfach nur noch übel. Dieses Album hat 12 zum Großteil völlig langweilige Tracks. Der einzige Track, der sowohl vom Beat als auch vom Text noch den Titel Rhythm and Blues verdient hat ist "Closer", der bereits im Radio totgedudelt wurde.

Ne-Yo schöpft nicht bei EINEM Track die Kraft die seine Stimme ohne Zweifel haben kann, aus. Hätte er mehr Powertracks ala "Closer" gemacht, das Album wäre für ihn ein Goldesel geworden.

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Donnerstag, 25. September 2008

Amon Amarth - Twilight of the Thunder God

Unsere Wertung: *****

Twilight of the Thunder God

Genre Melodic Death Metal
Website http://www.amonamarth.com

Um es gleich vorwegzunehmen, dieses Platte ist der Hammer. Ehrlich gesagt hätte ich es den fünf Schweden nicht zugetraut, dass sie nochmal ein Album abliefern, welches sich auf dem gleichen Level wie �Versus The World� bewegt. �Fate Of Norns� krankte an einer seltsamen Produktion, bescherte der Anhängerschaft aber immerhin den Disco Hit `Pursuit Of Vikings`. �With Oden On Our Side� wirkte etwas zerfahren und orientierungslos. Ganz anders dagegen �Twilight Of The Thundergod�. Dieses Album wirkt so frisch als wäre es das Debüt einer jungen, hungrigen Band. Gleichzeitig merkt man den Songs an, dass hier gereifte und erfahrene Songwriter am Werk sind. Die Melodien und Hooklines sitzen wieder, und bleiben im Gedächtnis hängen. Alle Songs werden gekonnt auf den Punkt gebracht. Der Opener, der gleichzeitig der Titelsong ist, gibt die Marschrichtung mit einer gleichermaßen simplen wie eingängigen Melodie vor. Ein Uptempo-Kracher mit mitreißendem Refrain und thrashigem Mittelpart. Gekrönt wird der Song von einem Shred-Solo von Children Of Bodom Sechssaiter Roope Latvala. Weiter geht es mit `Free Will Sacrifice`, der im Tempo etwas gemäßigter und sehr groovy daherkommt. Danach folgt der zukünftige Live-Klassiker `Guardians Of Asgard`. Ein Hauptriff welches so simpel ist, dass man fast erstaunt ist. Und doch kann man sich der Wirkung dieser einfachen Melodie nicht entziehen. Der Song steht eindeutig in der Tradition von `Bloodshed` und `Pursuit Of Vikings`. Mit diesem kleinen Geniestreich wird die Band die winterlichen Konzerthallen zum kochen bringen. Weitere Highlights sind das schnelle und brutale `Where Is Your God`, das hymnisch treibende `Tattered Banners And Bloody Flags` sowie das von der Melodieführung ungewöhnliche `The Hero`. Besondere Erwähnung sollte noch `Live For The Kill` finden. Hier hat man sich die Unterstützung der Streichereinheit Apokylptica gesichert, welche dezent und songdienlich agierend die Atmosphäre des Songs gekonnt unterstützen. Mit dem melancholischen Epos `Embrace Of The Endless Ocean` klingt die Platte schließlich aus. Hier wurde einfach alles richtig gemacht. Die Produktion ist kraftvoll und setzt alle Instrumente gut in Szene. Besonders der Gitarrensound bereitet Freude. Ausfälle gibt es keine, dafür Hit um Hit. Das Death Metal Album des Jahres? Gut möglich. (SES)

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The Haunted - Versus

Unsere Wertung: ****

Versus

Genre:     Thrash Metal, Melodic Death Metal

Die Schweden ziehen ihr Ding durch, wie es ihnen gerade passt – allen Widerständen zum Trotz. Jene gab es beim Vorgänger "The Dead Eye". Dessen ungeachtet blieb ein Großteil der Fans bei der Stange und ging den neuen Weg mit.

Mit "Moronic Colossus" starten The Haunted gleich mal mit dem großen Kanonenrohr. Da fliegen die Fetzen, bevor "Pieces" im Anschluss ins Midtempo verfällt. Business as usual bleibt so als erster Eindruck zurück - bei aller Livetauglichkeit.

Unterm Strich dauert es diesmal länger bis die neuen Songs im Ohr bleiben. Markante Hooks, die auf den letzten Longplayern sofort fesselten, offenbaren sich bei den ersten Durchläufen nicht sofort.

Je öfter man sich allerdings "Versus" zu Gemüte führt, desto deutlicher werden die Stärken. Die dynamische Abfolge aus harten Thrash-Parts und dunklen Klangbildern macht am Ende den Reiz des Albums aus - und plötzlich sprühen die Funken.

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Thomas D - Kennzeichen D

Unsere Wertung: ****

Kennzeichen D

Mit Kennzeichen D veröffentlicht Thomas D sein lang erwartetes drittes Soloalbum. Ein Mammut Werk mit 18 Titeln eines gereiften Musikers, der spielerisch zwischen Nachdenker und Partytier, zwischen Anspruch und Leichtigkeit changiert.
Nachdem er mit seiner Kunstfigur 'Reflektor Falke' in der Vergangenheit vor allem für die mystischen und philosophischen Aussagen im deutschen Sprechgesang stand, greift er mit 'Kennzeichen D' die Stimmung seines ersten Solo Albums wieder auf.

Thomas D: 'Es war kein Thema vorgegeben, aber die Musik ließ Gedanken entstehen, und eine Spielfreude und Leichtigkeit, wie ich sie zuvor lange nicht gespürt hatte, brachte mir mein bisher bestes Album als Solokünstler. Echte Leichtigkeit zu erreichen, ist das Schwierigste überhaupt. Mit diesem Album ist es mir gelungen.'

Vom jungen und hochtalentierten Münchner Musiker Enik und seinem Partner Benni, über Musikerlegende und Produzenten-Urgestein Edo Zanki, DJ Thomilla (Turntablerocker) und Jochen Schmalbach (Stehende Welle), dem innovativen Produzentenduo Paul & Xaver (SuperSoulProductions) bis zu David Klein vom World Quintett sind die verschiedenartigsten Produzenten und Musiker vertreten. Der Wiener Top-Produzent Michael Dörfler (tripbox) und Thomas langjähriger Weggefährte Bertil Mark steuerten beide gleich mehrere Songs bei. Trotz dieser so unterschiedlichen Einflüsse ist dieses Album einfach zu 100 Prozent Thomas D

Wer sich dabei über den einen oder anderen englischen Titel wundert, dem sei gesagt: Auch da hat der D sich locker gemacht. 'Die Raps sind auf Deutsch und manche Phrasen auch Englisch, je nachdem was besser kommt' auch hier ist der D freier denn je. Das Ergebnis ist ein prall gefülltes, abwechslungsreiches und textlich brillantes Pop-Album mit viel melodischen Elementen, das aber auch die philosophische Ader des Künstlers nicht vergisst.

Mit 'Kennzeichen D' hebt Thomas D seine Solo Karriere auf ein neues Level und erfreut seine Fans mit 75 Minuten Extraklasse-Musik.

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Samstag, 20. September 2008

Everlast - Love,War,and the Ghost of Whitey Ford

Unsere Wertung: *****

Love,War,and the Ghost of Whitey Ford

Groß geworden im Umfeld von Ice-T, wurde Erik Schrody alias Everlast als Frontmann der prolligen, bierseligen HipHop-Party-Band House Of Pain zum Star. Das ist Geschichte, wenn der mit viel Edelmetall überhäufte Grammy-Gewinner in die Rolle des Whitey Ford schlüpft, dann hat der Kriegsgegner auch auf Love, War And The Ghost Of Whitey Ford ein Ohr für die taumelnde amerikanische Mittelschicht, den White Trash und zeigt kein Verständnis für verlogene Politiker. Möchte am liebsten einen „Stone In My Hand“ nehmen ob all des politischen Unfugs, der einen nur noch wütend machen kann. Doch wo Hass herrscht, muss es auch Liebe in all seinen Formen geben, und so zeigt sich Everlast von einer liebeskranken, melancholischen Seite, die bereit ist, zu verletzen und auch verletzlich ist. Passend dazu ist Love, War And The Ghost Of Whitey Ford einmal mehr ein musikalischer Tuschkasten, der von Rock-Rap über Soul, Blues bis zu akustischem Folk reicht. Ein wenig erinnert das an die Schubladenverweigerung eines Michael Franti, an dessen Fähigkeit, komplexe Zusammenhängen und gesellschaftliche Strömungen in klar verständlichen Worten darzustellen. Bleibt noch ein Song zwischen den stampfenden Beats und kargen Balladen, zwischen Pomp und Askese: „Folsom Prison Blues“, die Coverversion des Klassikers von Johnny Cash. Everlast baut den Song mit Hilfe von DJ Muggs (Cypress Hill) komplett um, schiebt tragende Teile des Superhits „Jump Around“ von House Of Pain ein und wird sich für diesen diskussionswürdigen, musikalischen Todesmut bestimmt so manche Klatsche einfangen. Ein Erfolg wird das Lied trotzdem.

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Mogwai - The Hawk Is Howling

Unsere Wertung: ****

The Hawk Is Howling

Du musst das hier nicht lesen. Es ist völlig überflüssig. Es gibt keine Texte auf "The Hawk Is Howling". Sämtliche Durchschlagskraft, die Strukturen und die verschiedenen Stimmungen - alles kommt aus den Instrumenten. Mogwai malen Klangbilder, Worte sind überflüssig. Selbst wenn die Gruppe aus Glasgow wie in der Vergangenheit ein paar Lyrics auf ihren letzten Werken zwischen die Instrumental-Stücke schob, so blieben sie doch vernuschelt, nicht zu identifizieren.

All das macht es so verdammt schwer über diese Fußballfans und Bierliebhaber zu schreiben. Alles findet in den Hörgängen des Betrachters statt. Wo der eine Traurigkeit vermutet, kommt der andere nicht aus dem Lachen heraus. Ist deine Nachdenklichkeit nicht meine Unbekümmertheit? Verbirgt sich hinter Drohkulissen in Wirklichkeit nicht große Sehnsucht nach Ruhe? Muss man Musik immer analysieren, sezieren und interpretieren, man tanzt ja auch nicht zu Architektur und Poesie. Überall überfallen einen Worte, aus jedem Coffee Shop, jedem Kaufhaus und Klamottenladen plärrt es, Menschen brüllen einem ihre Lebensgeschichte oder unfassbaren Nonsense via Handy entgegen. Man möchte am liebsten laut "Haltet doch mal alle das Maul" schreien, um diese Silben-Sintflut, diese Mixtur aus Lügen, Lebensanweisungen, Litanei und Laberei zu stoppen. Wo bleibt die Sehnsucht nach Stille. Die Neugierde, seine eigenen Gefühle zu entdecken und sei es, sie durch die Musik dieser Gruppe aus Glasgow frei schälen zu lassen. Dazu muss jeder einzelne der zehn Tracks sorgfältig ausgepackt werden, eine Anleitung wird nicht beigelegt. Eher locken einen die fünf Männer auf falsche Fährten. Warum geben Mogwai dem Opener "I'm Jim Morrison, I'm Dead" einen solch verwirrenden Titel? Dabei ist das Stück die Stille vor dem Sturm namens "Batcat", dessen furiosen Sounds auch auf die Alben "Ten Rapid" oder "Young Team" gepasst hätten. Es ist der Sound zu ihrer Stadt Glasgow, Mogwais Jagdgründe. Hier finden die fünf Hauptmitglieder Barry Burns, Stuart Braithwaite, Dominic Aitchison, Martin Bulloch und John Cummings zwischen all den schönen Plätzen, Frakturen und offenen Wunden Inspiration, hier erzählen Nächte mit zerplatzten Hoffnungen, Kämpfen, ex- und implodierender Liebe, Romantik und Rabaukentum ihre Geschichten. Mal werden sie dann mit zartem Strich wie in "Local Authority" (schon wieder so ein komischer Titel) aufs Notenblatt geschrieben, mal als kompakter Rock-Brocken wie im famosen "The Sun Smells Too Loud" herausgeschleudert. Waren Mogwai jemals dichter am Song, jemals so upbeat wie hier? Fast ein Gegenentwurf zu all den chilligen Klängen, Träumereien in "Kings Meadow" oder "Thank You Space Expert". "I Love You, I'm Going To Blow Your School" hätte auch dazu gepasst, gen Finale fliegt einem dann aber das Klang-Gebäude doch um die Ohren. 11 Jahre nach ihrem ersten Album "Young Team" klingen Mogwai immer noch nach Zukunft, und immer sind sie noch die coolste Band in der Stadt.

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Kings Of Leon - Only By the Night

Unsere Wertung: ****

Only By the Night

Zwiegespalten, so war mein Eindruck nach den ersten Durchläufen.
Das Album beginnt großartig mit dem Song 'Closer', der den Hörer erst einmal zweifeln lässt, ob wirklich die Kings of Leon aus den Boxen kommen. Ein völlig neuer Sound, der aber sofort sympathisch daherkommt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Mit dem Freedownload 'Crawl' und der ersten Single 'Sex on Fire' folgen die rockigsten Songs, welche vor allem live richtig gut kommen müssen/werden. 'Use somebody' erzeugt die typische Atmosphäre, die ruhigere Kings of Leon Stücke an sich haben; sie sind einfach zum Genießen. Doch bei Manhattan stellt sich bei mir erste Langeweile ein. Hoffentlich ändert sich das noch nach mehrmaligem Hören, wie es der andere Rezensent meint. Auch bei 'Revelry' passiert mir zu wenig, der Song ist zu vorhersehbar und plätschert vor sich dahin. '17' wär toll, wenn nicht dieses nervige Glockenläuten wäre. Auch bei 'Notion' stellt sich Langeweile ein. Dafür wird man aus dieser grandios mit 'I want you' herausgezogen. Mit der groovigste Song von KoL. Mit 'Be somebody' als Knaller hätte die Platte aufhören sollen, denn 'Cold Desert' hat nichts an sich.

Während es von ersten Album 'Youth and young Manhood'auf ganz hohem Niveau immer höher zum Musikolymp 'Because of the Times' ging, leisten sich mit 'Only by the Night' KoL erste Talfahrten. Dennoch vier Sterne, weil Closer, Crawl, Sex on Fire, Use und Be Somebody sowie I want you fast alles wieder rausreißen.

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