Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Montag, 11. Februar 2008

Controversy- a Tribute to Prince

Unsere Wertung: ****



Prince zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten Musikern der 1980er-, 1990er- und 2000er-Jahre. Vor allem in den 80er-Jahren provozierte er durch die gewagte Fusion verschiedener Musikstile. Er vereint Rock-, Pop, Funk-, R&B-, Soul, New Wave-, Blues- und Jazz-Elemente mit glamourösen Bühnenshows und war und ist international kommerziell sehr erfolgreich.Der Allround-Künstler beherrscht eine Reihe von Musikinstrumenten virtuos. Diese Kollketion enthält eine Auswahl von Coverversionen der grössten Prince-Hits: 'Purple Rain', 'Controversy', 'When Doves Cry' u.v.a. von D'Angelo, The Dynamics, Soulwax, Osunlade & Rob Mello, Kode 9, Peaches, Stine Nordenstam. Von Indie über Soul und Reggae zu Dubstep!

Coverversionen nach dem Motto: Hättest Du's erkannt? Das Album gewinnt den Songs des kleinen Prinzen ganz neue Seiten ab. Sehr hübsch!


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Low Low Low la la la Love Love - Ends of June

Unsere Wertung: ***



Wie es sich wohl anfühlt, von vornherein keine Chance zu haben? Wenn es mit Englands Musikszene so weitergeht wie zuletzt, müssten Low Low Low La La La Love Love Love bald ein Lied Lied Lied davon singen können. Man schreibt das mit allem Respekt vor dieser halbfest zusammengesetzten Gruppe aus Manchester, aber es sind eben schon ganz andere Bands daran zugrunde gegangen, dass es immer schwerer wird, in Großbritannien ein Bein auf den Boden zu kriegen, wenn es nicht tanzen, hüpfen oder zumindest ein bisschen in die Knie gehen soll. Low Low Low La La La Love Love Love spielen trotzdem und jetzt erst recht eine Variante von Folkmusik, die weder "Freak-" noch "Free-" sein will - sie singen "La-la-life goes on" und tun das entgegen jeder Vernunft.

Wenn man ohnehin schon aufzählt, was diese Musik so alles nicht ist: Sie ist auch nicht laut, nicht flashy, penetrant oder daran interessiert, irgendetwas davon zu sein. "Ends of June" reicht normalerweise die Gewissheit, dass es jederzeit auf elektrische Instrumente umsatteln könnte; der Schritt muss dann nicht mehr unbedingt gemacht werden, obwohl ihn das Titelstück mit seiner gründlich abgewetzten Wilco-Gitarre sehr zuverlässig hinbekommt. Solche Momente, in denen sich die Einzelteile der Songs gegeneinander auflehnen, sind die stärksten von Low Low Low - das standfest gespielte, trotzig gesungene "Fear of a wide open life" ragt gerade deshalb aus ihrer zweiten Platte heraus, weil das sonst so unscheinbare Schlagzeug plötzlich auf eine Führungsrolle pocht.

Es ist einfach, in diesen inneren Machtkämpfen von "Ends of June" eine Entsprechung der Themen zu sehen, an denen sich Sänger und Texter Kelly Dyson abarbeitet. Es geht um Enden und die Anfänge danach, Aufbrüche ins Ungewisse - oder eben: das Durchschlagen als Folkmusiker, für den jedes Konzert vor zehn tapferen Leuten das letzte sein kann. Eine Idee, die natürlich eher indirekt mitschwingt, wenn sich Low Low Low um Banjo und Akustikgitarre formieren, in mehrstimmige Feierlichkeit wegdriften oder über die versierten Holzbläser staunen, die ihren Songs immer wieder aus den Seiten wachsen. Nur Bands, die um ihr Leben spielen, klingen so. Diese hier ganz besonders, weil man davon ausgehen muss, dass sie es gar nicht anders kennt.

Kostproben auf MySpace!

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Xiu Xiu - Women As Lovers

Unsere Wertung: ****



Xiu Xiu [ʃuː ʃuː] ist eine aus San José (USA) stammende alternative Independent-Rock-Band, deren Begründer und einziges ständiges Mitglied Jamie Stewart ist. Die Band ging im Jahre 1999 aus der Gruppe Ten In The Swear Jar hervor. Ihre Musik wird zumeist als autobiografisch und theatralisch beschrieben – mit starken Einflüssen aus moderner klassischer oder improvisierter Musik, Britpop und Post Punk (insbesondere Joy Division).

Nun haben sie gerade ihr sechstes Album auf den Markt gebracht.
Als Coverbild dient eine unscharfe, pastellfarbene Aufnahme einer gefesselten Frau. Und wüsste man nicht um die Homosexualität des Songwriters und die Inhalte seiner Musik, es wäre wohl der Chauvinismus des Jahres.

Wie von Stewart gewohnt, geht es auch auf »Women As Lovers« chaotisch, nervig, sensibel, zerbrechlich, todtraurig zu – obwohl der Neuling doch eingängiger ist, als dessen Vorläufer. Die Trostlosigkeit einer Gesellschaft soll dargestellt werden, in der die Liebe oftmals kälter zu sein scheint, als der Tod – und dennoch an ihr festzuhalten bleibt.

Auf dem Album findet man auch ein Cover zum Queen/David Bowie Hit "Under Pressure". Sehr interessant.



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Sonntag, 10. Februar 2008

Morcheeba - Dive Deep

Unsere Wertung: ***



Fast 10 Jahre war bei Morcheeba die Position am Mikrophon mit Skye Edwards fest besetzt. Nach Streitigkeiten und dem Kommen und Gehen zwei weiterer Frontfrauen entschließen sich die Godfrey-Brüder Paul und Ross, diesen Schleudersitz abzubauen und stattdessen Gäste zu engagieren. Dive Deep ist nicht nur das erste Album der TripHop-Formation aus London, auf dem eine Vielzahl von Gesangsstimmen zu hören ist, auf ihrem nun schon sechsten Studiowerk kehren die Briten zurück zu ihren musikalischen Wurzeln.

Das Album klingt in sich schlüssig, denn es schlurft durchweg schön behäbig dahin, die Melodien funkeln, die Gitarre klingt manchmal nach David Gilmour. Das schmeckt alles schon nach Cocktailparty draußen und wird ab Mai perfekt funktionieren. Genau genommen kommt es also drei Monate zu früh.



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Young Ax - Higher Ground

Unsere Wertung: ****



Die Zeit war reif. Seit gut sechs Jahren drehen sich seine Maxis auf den Plattenspielern der Drum'n'Bass-Clubs. Sein Pseudonym Young Ax ist mittlerweile vom Geheimtipp zur international angesehenen Szene-Adresse geworden.

Mit "Higher Ground" legt Alexander Zwingenberger nun sein Debütalbum vor. Ein klassischer Autoren-Longplayer ist es kaum, vielmehr eine Art Werkschau seiner im Zeitraum von 2004 bis 2007 entstandenen und teilweise bereits auf Vinyl veröffentlichten Produktionen.

Spannend, kurzweilig, griffig und gefühlvoll sind die elf Stücke auch ohne gesungene Hooklines. Und ja: sie rocken wie nix und machen so richtig Spaß. Ein dickes Ding.

Probehören kann man auf seiner MySpace-Seite.

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Freitag, 8. Februar 2008

Bullet for My Valentine - Scream Aim Fire

Unsere Wertung: ****



Beim ersten Anhören machte sich leichte Ernüchterung breit.
Wo war hier bitte die versproche Steigerung des Härtegrades zum Vorgänger?
Es hörte sich einfach nicht nach Bullet an, auch noch nicht am zweiten Tag. Doch hier ist der gravierende Unterschied zum Debüt:
Ein schwierigerer Einstieg, dafür aber ein enormer Tiefgang der Songs. Mittlerweile kann ich mich nicht mehr satthören, was auch an den ruhigeren Songs liegt, welche einen gelungenen Kontrast darstellen.
Alles in allem ein würdiger Nachfolger. Nach dem enttäuschenden Versuch von Linkin Park, ihren Stil neu zu definieren, haben BfmV genau das richtige getan: Ihn nur augenscheinlich geändert und sich von der Emo-Schiene entfernt. Es gibt schon genug solcher Heulsusenbands, diese Jungs haben sich (gottseidank) für Metal entschieden.



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Clark - Turning Dragon

Unsere Wertung: *****



Der Brite positioniert sich als heißester Anwärter auf die IDM-Thronfolgerschaft.

Bereits der Opener "New Year Storm" ist ein ziemlicher Bastard, in dem sich ein sehr klassischer Beat über fast industrielle Kälte legt. Auch "Volcan Veins" mit seinen zerpflückten Vocal-Samples und dem unglaublich dreckigen Synthie kann ziemlich überzeugen. Dass Clark in der Folgezeit seine Mittel wiederholt, dass er gewissermaßen Variationen inszeniert, liegt in der Natur der Sache - und wird immer wieder durch den nötigen Schuss Wahnsinn aufgewertet. Da stößt in "Mercy Sines" eine fast klerikal anmutende Hook in die Ohren, bevor der Beat so ziemlich alles wegfegt, da grätscht "Beg" wirklich dick Richtung Industrial. Als Album mag "Turning Dragon" je nach Leseart etwas anstrengend oder etwas fordernd sein - die einzelnen Songs setzen dennoch Maßstäbe.

Also Stückchenweise hören.

Kostenproben gibt's bei MySpace!


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These New Puritans - Beat Pyramid

Unsere Wertung: ****



Mit nicht weniger als einer Beat-Pyramide gehen These New Puritans an den Start. Die vier blutjungen Engländer machten zuerst mit seltsam gefilmten Webcasts auf sich aufmerksam. Dann veröffentlichten sie eine mittlerweile als Sammlerstück hoch gehandelte 7-Inch-EP, um schon bald darauf von der französischen Modedesignerin Hedi Slimane eingeladen zu werden, für die Präsentation der 2007er-Kollektion von Dior Homme die Musik zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich These New Puritans in ihren engen schwarz-goldenen Anzügen bereits den Ruf einer furiosen Liveband erspielt.

Ihr Albumdebüt schaltet jetzt die nächste Zündstufe dieses raketenhaften Aufstiegs. Produziert von Gareth Jones (Einstürzende Neubauten, Wire) finden sich auf "Beat Pyramid" schnoddrige Gitarrenakkorde, stramme Beats und subtile Verweise: von Sonic Youth bis Dubstep, über This Heat und The Fall bis hin zu David Lynch und den Okkultisten John Dee.

Eine Band als Gesamtkunstwerk, die es schafft, modernen Pop mit mittelalterlicher Numerologie in einen äußerst stimmigen Zusammenhang zu bringen.



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Donnerstag, 7. Februar 2008

Jack Johnson - Sleep Through the Static

Unsere Wertung: ***

Auch nach mehrmaligem Hören springt diesmal der Funke einfach nicht über. Es tut fast weh dies zu sagen, aber bis auf drei von den insgesamt 14 Songs finde ich das Album musikalisch betrachtet ziemlich langweilig. Überhaupt kein Vergleich zu meiner absoluten J.J.-Lieblings-CD In Between Dreams. Hier geht es eher saft und kraftlos durchs Repertoire - ohne zündende Ideen - alles schon mal (wesentlich eindrucksvoller) gehört. Und deshalb gibt es von mir eigentlich auch nur den dritten (Sympathie-) Stern für Jack Johnson in der Hoffnung auf bessere Tage: Sitting, Waiting, Wishing.



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Lenny Kravitz - It Is Time for a Love Revolution

Unsere Wertung: ***



Obwohl für mich der Kauf von Lenny Kravitz' Werken bisher immer eine sichere Sache war. Auf "It is time..." sind zu viele Lieder, die einfach nicht der Art Musik entsprechen, die ich von Mr. Kravitz kenne und schätze.

Alles in allem hörenswert, aber nicht vollkommen unverzichtbar. Vom Hocker fällt man beim Hören dieser Scheibe nicht.




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