Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Freitag, 13. November 2009

Friska Viljor - For New Beginnings

Unsere Wertung: *****
For New Beginnings

Yippie Yippie Yeah... kann ich da nur sagen, endlich gibt es wieder ein neues Album der sympathischen 'Waldschrate' aus Schweden! Nein, sie haben eigentlich nichts verändert, und das ist auch gut so!
Nach den beiden Alben Bravo und Tour de Hearts war eigentlich bereits klar, dass es kaum möglich war diese beiden genialen Scheiben noch zu übertreffen und, na ja, es ist auch, aber nur sehr minimal nicht ganz gelungen (wie sollte es auch)... Allerdings schreiben sie immer noch unbeschreiblich gute Songs aus einem Mix aus allen möglichen Stilrichtungen und Zutaten, immer mit eingängigen Refrains und tollen Melodien. Der mehrstimmige Gesang hat oft einen schrägen, folkigen Einschlag und die schnelleren Nummern sind allesamt absolut partytauglich. Musikalisch werden alle Schubladen aufgemacht doch hört man die Platte am Stück, harmonisieren die verschiedenen Stile aber trotzdem perfekt miteinander. Textlich geht es immer um noch um immer die gleichen Themen aus dem alltäglichen Leben. Es wird sich immer wieder bei irgendwelchen Menschen entschuldigt aber letztendlich wird doch nichts bereut! Das Leben kann halt schon schön sein, immer im Jetzt leben, oder?

Donnerstag, 12. November 2009

QTom launcht seinen HipHop und R’n’B-Channel mit den Urgesteinen des deutschen HipHop!

QTom, das erste personalisierbare Musikfernsehen, überrascht mit einer erneuten Premiere: Der Musiksender launcht am 12. November 2009 einen eigenen Kanal für HipHop und R’n’B Fans. Unterstützt wird die Einführung durch Kool Savas, der in einem eigens eingerichteten Special durch das Programm führt. Auch Cora E., Olli Banjo und die Stieber Twins zeigen sich begeistert.

Hamburg, 12.11.2009: Bei QTom geht es jetzt Schlag auf Schlag: Am 12.11.2009 ruft QTom den HipHop & R’n’B-Kanal ins Leben. Auch bei dieser Premiere stehen wieder prominente Künstler des Genres Pate: Der „King of Rap“, Kool Savas, stellt in einem Special seine persönlichen Favoriten des Genres vor. Unterstützt wird er dabei von der Hall of Fame des deutschen Hip Hop - Cora E., Olli Banjo und den Stieber Twins.

Damit geht nun der nächste von vorerst zwölf geplanten Spartenkanälen auf allen Net-TV Fernsehgeräten und im Web unter www.qtom.tv on air. 

„Musik sollte Hauptaugenmerk beim Musikfernsehen sein, gerade die fehlt mir in letzter Zeit doch sehr bei MTV und Viva, deshalb bin ich hellauf begeistert von QTom“, erklärt Kool Savas sein Engagement.

Die Stieber Twins bringen es wieder einmal auf den Punkt: „QTom statt Sitcom!“.
Oliver Koch, einer der beiden Gründer des Musiksenders, erläutert die Genreauswahl: „Nachdem die Einführung des Pop-Channels derart erfolgreich verlief und das Feedback auf das Special der Fantastischen Vier dermaßen begeistert war, wollten wir die MusikTV Fans nicht lange warten lassen. Wir freuen uns, dass wir Urgesteine der Szene wie Kool Savas, Cora E., Olli Banjo und die Stiebers für die Premiere gewinnen konnten.“ Sein Partner Tobias Fröhlich ergänzt: „So wie diese Künstler für Authentizität stehen, steht auch der HipHop & R’n’B-Channel von QTom für authentische, kredible Urban Music mit einer starken Redaktion im Hintergrund!“

Erst Ende Oktober präsentierten die Fantastischen Vier einer begeisterten Musik Community den neu gelaunchten Pop-Channel und führten mit exklusivem Material durch 20 Jahre Bandgeschichte. Nun legt das erste interaktive Musikfernsehen schon wieder nach.

QTom bietet dem Zuschauer maßgeschneidertes Musikfernsehen in bester Qualität. Über drei einfache Drehregler kann er das Programm seinem individuellen Geschmack anpassen. Mit Einführung des HipHop / R’n’B- und des Pop-Channels kann er die Musikauswahl nun auch innerhalb dieser Genrewelten nach eigenen Vorlieben gestalten. Kanäle für Rock und Elektro / Dance werden in den kommenden Wochen folgen.


Über QTom – your music rules!

QTom bietet dem Zuschauer die Möglichkeit, selbst ganz einfach in das Musikprogramm einzugreifen und es über Drehregler dem eigenen Geschmack anzupassen. Die Inhalte werden von den Musiklabels geliefert und in hoher Audio- und Videoqualität via Stream im IPTV-Fernsehen oder im Webbrowser ausgestrahlt. Das Konzept von QTom sieht Werbevermarktung vor und ist für den Zuschauer kostenlos. Durch eine zielgenaue Erfüllung individueller Musikwünsche ermöglicht QTom der Werbewirtschaft eine treffsichere Bedienung vordefinierter Zielgruppen. Ein werbefreies Premiummodell ist in Planung.

www.qtom.tv

 

Samstag, 7. November 2009

Robbie Williams - Reality Killed The Video Star

Unsere Wertung: ****
Reality Killed The Video Star (inkl. MP3-Bonus-Track)

Mit "Reality Killed The Video Star" liefert Mr. Williams (in Kooperation mit Starproduzent Trevor Horn) sein bisher wohl zweifelsohne am reifsten klingende Werk ab. Ein Album, das weiter weg von den gewöhnungsbedürftigen Klängen eines Rudebox nicht sein könnte. Ebenfalls in deutliche Ferne gerückt scheinen die Tage, an denen Robbie zu Songs wie "Rock DJ" oder "Let Me Entertain You" wie von der Tarantel gestochen über die Bühne sprang: Dazu klingt das Album einfach zu erwachsen, zu ruhig und zu gedämpft was uns auch zu einem der wenigen Dinge, die ich an Reality auszusetzen habe, führt: Zeitweise wirken Robbie und seine Songs nicht nur leicht gedämpft, sondern geradezu gehemmt. An diesen Stellen wünscht man sich trotz allem ein wenig mehr Elan, noch einen Hauch mehr Emotion in der Stimme oder einen Tick mehr Dramatik seitens der instrumentalen Begleitung. Dies ist beispielsweise bei dem bewegenden und fantastisch inszenierten Eröffnungstitel des Albums, Morning Sun, der Fall, wo Robbie im Refrain stimmlich einfach ein bisschen mehr Feel oder Angels mit einbringen hätte sollen, um für richtige Gänsehautgarantie bei seinen Fans zu sorgen.
Das trifft aber glücklicherweise nur auf einen sehr geringen Teil des Albums zu, die meiste Zeit kann der geneigte Hörer ein einzigartige Mischung aus wunderschönen Balladen - allen voran wäre hier das beeindruckende Superblind zu nennen - und eingängigen Dance-Songs (das Highlight in dieser Kategorie: Difficult For Weirdos) genießen, der das ein oder andere musikalische Experiment untergejubelt wurde. So findet sich auf der Platte mit "You Know Me" beispielsweise ein äußerst gelungenes Lied im Stile der 50er und 60er Jahre sowie ein mitreißender Rocksong namens "Do You Mind", bei dem Williams genauso gut auch als Mick Jagger durchgehen könnte.
Als Schmankerl für alteingesessene Robbie-Fans gibt es noch das melodramatisch anmutende Stück Blasphemy, welches das letzte Lied war, das er und sein früherer Songwriting-Partner Guy Chambers zusammen geschrieben haben. Doch trotzdem zählt dieser Song, genauso wie die Ballade Deceptacon, eher zu den wenigen Schwachpunkten des Albums, einfach weil ein peppiges, belebendes Element fehlt und diese beiden Songs somit mehr oder weniger ohne wirklichen Höhepunkt vor sich hinplätschern.
Zu guter letzt finden sich neben Bodies, der erfolgreichen ersten Singleauskopplung, mit Starstruck und Wont Do That To You" noch drei waschechte, makellose Popsongs auf dem Album, die wunderbar locker-leicht anzuhören sind und schon beim ersten Hören sofort gefallen. Starstruck besticht hierbei vor allem durch einen Refrain mit Ohrwurm-Garantie, während man bei "Wont Do That To You" einen rundum glücklichen Robbie hören darf, dessen gute Laune sich praktisch sofort auf den Hörer überträgt kein Wunder, singt Robbie doch über seine langjährige Freundin Ayda Fields.

Fazit: "Reality..." ist ein wunderbar arrangiertes Album, mit überwiegend eingängigen und ruhigen Songs, die man in dieser Form von Robbie bisher nicht gewohnt war. Ich möchte behaupten, es ist Robbies musikalisch ernstzunehmendstes Album aller Zeiten, in das jedoch sich ein paar kleine Schwachstellen eingeschlichen haben: Beispielsweise wenn er es mit der für ihn ungewohnten Zurückhaltung ein wenig übertreibt und die ein oder andere Stelle deshalb langweilig klingen lässt. Trotzdem stellt es nach 3-jähriger Schaffenspause ein äußerst gelungenes Comebackalbum dar, das durch viele ausgezeichnete Songs besticht.

Alec Ounsworth - Mo Beauty

Unsere Wertung: ****
Mo Beauty [Vinyl LP]

Solodebüt des Sängers von Clap Your Hands Say Yeah. Als Singer/Songwriter seiner Band Clap Your Hands Say Yeah machte der Mann aus Philadelphia die Welt schon auf sich aufmerksam, mit "Mo Beauty" versucht er sich das erste Mal als Solokünstler.

das Werk setzt da an, wo Clap Your Hands Say Yeah - die es weiterhin geben wird - aufhören. Der schrullige Humor, die schamlosen Melodien und die akustischen Experimente sind dieselben, diesmal allerdings mit dem kulturellen Gewicht New Orleans auf den Schultern. Mit dabei waren nämlich einige der profiliertesten Musiker der Stadt wie etwa Mark Mullins, Craig Klein, Greg Hicks, Washboard Chaz, Shannon Powell, John Boute und Al "Carnival Time" Johnson. Anhänger von Clap Your Hands Say Yeah werden dieses Album ebenso lieben, wie neue Hörer von diesem Sound angesprochen werden. Für Fans von Talking Heads, Bob Dylan, Andrew Bird, Wolf Parade, Arcade Fire und Nick Cave.

Allen anderen sei empfohlen trotzdem mal reinzuhören.



Freitag, 6. November 2009

Biffy Clyro - Only Revolutions

Unsere Wertung: *****
Only Revolutions

Nach dem sehr guten Album "Puzzle" meldet sich die schottische Band in diesem Jahr mit einem gelungenen Nachfolger zurück.
"Puzzle", der Vorgänger hatte wohl an Emotionalität mehr, aber mit "Only Revolutions" legen sie eine derart erwachsene Indie-Mainstream-Stadionrock-Bombe vor, dass man erstmal nach Luft schnappt.

Was für ein Werk!

Und wenn erfolgreiche Musiker wie Josh Homme zu diesem Album etwas beitragen ist das ein Zeichen, dass diese Band alles richtig gemacht hat!

Sehr sehr gut! Das muss man hören!



Donnerstag, 5. November 2009

The Antlers - Hospice

Unsere Wertung: *****
Hospice

Schon der Prolog hüllt den Hörer in die geheimnisvolle Sphäre, die das Album bis zum Ende hin begeleitet. Feine Töne überlagern sich und ergeben einen neuen Klang, bis ein leises Piano und der Sänger Peter Silberman mit seiner zarten Stimme einschreiten. "Kettering" ist der ruhigste Song des Albums und bildet die Exposition der Rahmenhandlung (so gesehen ist es fast eine Art Konzept-Album). Zwischendurch wird es etwas rockiger, bis der Gesang dann mit einem letzten Hauch erlischt. Im nächsten Song, "Sylvia", überraschen uns die Antlers dann mit wuchtigem Rock Sound und einer herrlich, leicht hysterischen Stimme Silbermans.
Abwechslungsreich bleibt das Album immer. Es entspannt und rüttelt wach mit seinen Ambient und Rock Elementen, zugleich gehen die melancholischen Lyrics tief unter die Haut. Nach dem ersten Hören muss man erst einmal den Puls wieder herunter bekommen, drückt dann aber sogleich wieder die Repeat-Taste. Das Album entwickelt einen wirklich seltsamen Suchtfaktor.

Wohl eines der besten Alben, was das Jahr 2009 zu bieten hat.
Wer Bands wie Animal Collective oder Arcade Fire mag sollte eh zuschlagen.


Dienstag, 3. November 2009

Dead Man's Bones - Dead Man's Bones

Unsere Wertung: *****
Dead Man'S Bones

Zwischen Doo-Wop und Daniel Johnston: Ryan Gosling und Zach Shields lehren uns das Gruseln. Als sich die beiden Schauspieler Ryan Gosling und Zach Shields 2005 in Toronto das erste Mal trafen, entdeckten sie ihre gemeinsame Leidenschaft für Haunted Mansion, ein "Geisterhaus" im kalifornischen Disneyland. Was lag da näher, als zusammen eine Monster-Geister-Liebesgeschichte für die Bühne zu konzipieren? Dazu brauchte es natürlich auch Musik, und so begann das Duo, einige Instrumente zu lernen. Mit der Zeit geriet das Theaterstück in Vergessenheit, und die beiden begannen, als Dead Man's Bones erste Stücke aufzunehmen. Und damit alles noch gruseliger klingt, wurde noch ein Kinderchor engagiert. Fertig war das Album. Die Musik reflektiert die Vorlieben der beiden: ein bisschen Doo-Wop, Bubblegum-Pop und Soul, ein wenig Joy Division, Andrew Sisters und Daniel Johnston, dazu die künstlerische Anmutung alter Universal-Horrorfilme, Vaudeville-Nummern und Stummfilmdramen. Zach und Ryan schrieben die Musik und spielten alle Instrumente. Für Fans von Grizzly Bear, Daniel Johnston, Beirut, Nick Cave und Arcade Fire.

Wer Musik abseits des Mainstreams liebt und sich gerne mal was Schräges gönnt, ist bei diesem Album genau richtig.

Samstag, 31. Oktober 2009

Mumford & Sons - Sigh No More

Unsere Wertung: *****

Sigh No More

Auch wenn man mit Superlativen äußerst sparsam umgehen sollte: Mit ihrem Debütalbum "Sigh No More" hat die britische Band Mumford & Sons ein kleines Meisterwerk abgeliefert. 12 abwechslungsreiche Indierocksongs mit einer ordentlichen Portion Folk und einer feinen Prise Country. Mal schwungvoll und dadurch mitreißend, mal ruhig und besinnlich - Gänsehaut garantiert!

Freitag, 30. Oktober 2009

Slayer - World Painted Blood

Unsere Wertung: *****
World Painted Blood

Zahllose Black- und Death-Metal-Bands versuchen seit einem Vierteljahrhundert, sich in Sachen musikalische Bösartigkeit gegenseitig zu übertrumpfen, doch gegen die Altmeister des Thrash Metal wirken sie alle selbst 2009 noch erschreckend zahm.

Auch wenn die vier Slayer-Musiker es privat schon seit geraumer Zeit betont ruhig angehen lassen und sich sogar öffentlich zum Christentum und entspannten Musikvorlieben bekennen - live und auf ihren CDs sind sie nach wie vor die Band, die der Vertonung der Vorhölle am nächsten kommt. Seit sie nicht mehr krampfhaft versuchen, mit kaltem Industrial Metal am Puls der Zeit zu bleiben, liefern die Kalifornier wieder hervorragende Alben ab, und World Painted Blood ist der vorläufige Höhepunkt der Rückbesinnung auf alte Stärken. Die Riffs knarzen, sägen und kreischen mit unerreichter, angenehm organischer Boshaftigkeit, Dave Lombardo trommelt ganze Dämonenhorden in Grund und Boden, und Tom Araya röhrt ins Mikro, als sei er 20 und die halbe Unterwelt hinter ihm her. In den besten Momenten erinnert World Painted Blood sogar an das bislang ausgereifteste Slayer-Album Seasons In The Abyss von 1990, und auch wenn die kompositorische Größe dieses Klassikerwerks nicht über die komplette Laufzeit der CD erreicht wird, ist World Painted Blood ein eindrucksvolles, blutrotes Ausrufezeichen, mit dem Slayer mühelos den Thrash-Metal-Thron verteidigen.

Julian Casablancas - Phrazes for the Young

Unsere Wertung: ****
Phrazes for the Young

Dieses Mal ohne die Strokes, dafür mit viel frischem Wind.
Alleine sitzt Julian Casablancas inmitten des Raumes. Vergessen scheinen die Zeiten mit den Strokes, ein neues Kapitel wird aufgeschlagen und selbst wenn man es besser wissen müsste, aber acht Jahre soll der Beginn der Rock'n'Roll Rocker schon wieder zurückliegen? Nun gut. Zumindest darf nach dieser langen Zeit der Freiraum erlaubt sein, die Zusammenarbeit mal etwas ruhen zu lassen und dafür den persönlichen Vorlieben die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Schon in früheren Zeiten merkte man hier und dort entfremdende Klänge bei den Strokes und auch die aufflammende Liebe zu analoger Schaltungstechnik. ' 11th Dimension ' aus dem folgenden Solodebüt sollte den Verdacht schließlich bestätigen. Brechende Drum-Machines, Gitarren in perfider Abstimmung zueinander und Synthesizer mit einem herrlich barocken Kontrapunkt. Es ist ein Stück, das wohl erst durch die jahrelange Arbeit mit den Strokes überhaupt erst entstehen konnte und dennoch entfernt sich Julian Casablancas nie zu weit von bekennenden Ufern und erinnert mit Textzeilen aus ' Phrazes For The Young ' an die aufreibenden Pfade vor seinem Solodebüt. "Somewhere along the way, my hopefulness turned to sadness/ Somewhere along the way, my sadness turned to bitterness..."

Die insgesamt acht Songs des Longplayers entstanden in den zurückliegenden zwölf Monaten unter der Regie der Produzenten Jason Lader (System Of A Down, Coldplay, Jay-Z u.a.) und Mike Mogis (Bright Eyes, The Faint, Lightspeed Champion etc.) in Los Angeles, New York und Nebraska. Die Stücke stammen selbstverständlich von Casablancas selbst und der beginnt damit recht selbstlos auf dem Opener ' Out Of The Blue '. Schnell huschen die bittersüßen Synthies durch die Strophen, herrlich beschwingte Melodien verschwinden in dem gewohnt nuschelnden Gesangsstil und Markenzeichen von Casablancas. Und bereits mit dem vierten Track darf unverblümt gesagt werden, dass mit ' Phrazes For The Young ' eine Platte entstanden ist, die es in dieser konstanten Form bei den Strokes noch nie gegeben hat und wohl auch nie geben wird. Es ist das lächelnde Grinsen auf dem eigenen Gesicht, der nickende Kopf im Takt und das bestimmte Gefühl der Vertrautheit, die den Sinn für ein erfrischendes Abenteuer in dieser Mischung so ziemlich perfekt abrunden.

Titeltrack und erste Single ' 11th Dimension ' beginnt mit 80er Synthies und entlädt sich im späteren Verlauf zu einer frechen Subversive mit reichhaltigem Hitpotential. Aber auch eine flutende Fülle an Metaphern torkelt zwischen Rock'n'Roll, betrunkenen Country und Western durch farbenfrohe Phantasielandschaften und gewährt wie in ' 4 Chords Of The Apocylypse ' so manch umfangreichen Einblick in das frühere Leben des Julian Casablancas. Am meisten sticht am Ende jedoch die Tatsache heraus hier kein einfaches Solodebüt vorzufinden, sondern eine akribische Einzelleistung mit unglaublich viel Liebe zum Detail. Sanft und fast ein bisschen wehmütig streichen die Melodien in ' Ludlow St. ' über den holprigen Boden und entfachen ab der Mitte eine gemütliche Lagerfreuer-Atmosphäre unter einem sternenklaren Himmel. Ja, mittlerweile hat sich die Dunkelheit in scheinbar unsichtbarer Mission von hinten herangeschlichen und verklingt in einer gemächlichen Molltonart zu den letzten Takten von ' Tourist ' in melancholischer Abendstimmung . ' Phrazes For The Young ' erinnert natürlich fast durchgehend an die Strokes und das nicht zuletzt durch den dominierenden Gesang von Casablancas, aber es verzichtet auf die großen Momente, insbesondere bei den Refrains und das Zugunsten einer klaren und konsequenten Einstellung von Anfang bis Ende.