Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Donnerstag, 19. Mai 2011

Moby - Destroyed

Unsere Wertung: ****
Destroyed

Moby wie er leibt und lebt: Melancholisch, düster und zum Träumen verführend! Ein tolles Album!

Was mir besonders gut gefällt ist, dass Moby mit "destroyed" wieder zurück zu seinen elektronischen Anfängen geht und mit vielen Soundexperimenten wundervolle Melodien schafft, die unter die Haut gehen. Bis auf die Single "The Day" (die ich auch klasse finde), ist die Platte nicht ganz so rocklastig wie die Scheibe zuvor.

"Be the one" ist der absolute Feger!

Sicherlich hat sich Moby nicht neu erfunden, aber er hat das was er am besten kann, nämlich elektronisch-melancholische Klangwelten erschaffen, in diesem Album wieder großartig umgesetzt. Für Moby-Möger eine absolute Kaufempfehlung! Und für alle anderen auch!

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Classified - Handshakes and Middlefingers

Unsere Wertung: ****
Handshakes and Middlefingers

Der verdiente kanadische Rapper Classified legt mit diesem Album bereits seinen dreizehnten Longplayer vor. Jedoch ist es das erste Album seit seinem Debüt von 1995, das nun durch das renommierte New Yorker Label Decon international veröffentlicht wird. Durch Videos auf MTV Kanada, diverse lokale Auszeichnungen und Touren mit Snoop Dogg, Busta Rhymes, Ludacris oder Nas gehört er zu den erfolgreichsten Rappern seines Landes. Es ist längst Zeit, dass auch die internationale Hip Hop-Szene seine Musik zu Ohren bekommt.

Denn!!!!

Warum dieser Mann nie über den großen Teich richtig vorgestellt wurde und hier immer noch allerhöchstens ein Geheimtipp ist?

Rätselhaft, absolut unverständlich!

Das ist mit Abstand das Beste, das ich in diesem Genre seit einer ganzen Weile zu hören bekommen habe. Nicht nur der Flow, das Storytelling, der Inhalt und die Beats stimmen, beeindrucken und überzeugen. Auch die Person Classified an sich macht einfach einen unverdorbenen Eindruck, fernab von jeglicher Arroganz und nervigem Bling-Bling-Getue. Das ist ein Rapper, der etwas zu sagen hat. Jemand, dem es nicht um das schnelle Geld geht, sondern um die Sache. "You'll never see my shirt wide open / With the chest hair blowing in the wind." Und das ist auch verdammt nochmal richtig so!

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Sade - The Ultimate Collection

Unsere Wertung: ****
The Ultimate Collection

Der Titel ,Ultimate Collection' hält ja eigentlich nie was er verspricht, aber im Falle dieser Zusammenstellung ist man tatsächlich sehr nah dran. Bis auf das Instrumental ,Sempre Hay Esperanza' und ,Cherry Pie' fehlt hier eigentlich nichts Essentielles der wunderschönen Chanteuse. Bei den Remixes hätte man statt ,The Moon And The Sky' noch den Ronin Remix von ,Paradise' draufpacken können, aber das eh hier vertretene Original ist ohnehin sehr gut. Die DVD mit den Videos ist natürlich - wegen Sade - ein zusätzlicher Augenschmaus und daß die Songs chronologisch angeordnet sind macht auch Sinn, denn es zeichnet die Entwicklung vom Jazz-Pop zu den fast dub-mäßigen - leicht an den Trip-Hop erinnernden - Stücke perfekt nach. Die neuen Tracks? Nun ja - das akkustische , Still In Love WIth You' ist ein guter song (besser als vieles auf ,Soldier Of Love') und ,Love Is Found' hat einen ruhigen und doch eigenartig beunruhigenden touch (hätte auch gut auf die letzte Massive Attack gepaßt) und einen guten Groove, aber ,I Would Never Have Guessed' ist schwach.

Das remastering ist exzellent, denn das klingt nun alles viel transparenter und klarer, ohne diese Heimeligkeit zu verlieren, die der Musik von Sade zu eigen ist. Eigentlich braucht man von Sade nicht mehr als diese (fast) rundum gelungene Zusammenstellung.

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Danger Mouse & Daniele Lupi - Rome

Unsere Wertung: ****
Rome
Reise ins analoge Zeitalter mit den Stimmen der Grammy-Preisträger Jack White und Norah Jones. Der "Produzent des Jahrzehnts" ("Paste"-Magazin) schreibt schon wieder Musikgeschichte: Zusammen mit dem italienischen Star-Komponisten Daniele Luppi ("Nine", "Sex And The City") veröffentlicht Danger Mouse (aka Brian Burton) das Album "Rome".

Fünf Jahre haben beide Künstler an dem Projekt gearbeitet. Das Ergebnis ist eine Zeitreise in die Ära vor dem Computer, ohne elektronische Effekte und Tricks. Analog statt digital. Burton und Luppi setzen mit Rome der klassischen italienischen Filmmusik ein monumentales Pop-Denkmal. Statt aufwendiger Technik legen sie den Schwerpunkt auf Handwerk und Kunst: Mit Musikern, die schon an Sergio Leones Kino-Klassikern "Once Upon A Time In The West" (deutscher Titel: "Spiel mir das Lied vom Tod") oder "The Good, The Bad & The Ugly" (deutscher Titel: "Zwei glorreiche Halunken") mitwirkten, entstand ein außergewöhnliches Pop-Album voller Nuancen, intensiv und düster, aber auch zugleich leicht und erhebend. Ein Werk mit einem einzigartigen modernen Sound, dennoch von traditionellen und klassischen Praktiken geprägt.

Burton und Luppi sind Perfektionisten: Sie buchten das legendäre Ortophonic Studio in Rom (jetzt Forum), wo schon der legendäre Ennio Morricone arbeitete, suchten sich passendes Equipment aus den Sechziger und Siebzigern und nahmen live auf Band auf. Für die beiden Leadstimmen gab es kaum eine bessere Wahl: Burton konnte Jack White von den White Stripes (bisher 3 Grammys in der Kategorie "Best Alternative Music Album") überzeugen, die männliche Stimme für "The Rose With The Broken Neck", "Two Against One" und "The World" zu übernehmen, die dieser in Nashville einsang. Die neunfache Grammy-Preisträgerin Norah Jones auf der anderen Seite zeichnete für den weiblichen Part verantwortlich und sang "Season's Tree", "Black" und "Problem Queen" in Los Angeles ein.

Im digitalen Zeitalter wirkt Rome wie ein wundersamer Anarchronismus. Ein Album, wie gemacht für die Ewigkeit, von Menschen, die an die Langlebigkeit von guter Musik glauben.


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Freitag, 6. Mai 2011

Sick Puppies - Tri-Polar

Unsere Wertung: ****
Tri-Polar

Nachdem ich das Album nun den ganzen Tag gehört habe, muss ich sagen, dass es richtig gut ist.
Mich zieht diese Scheibe jedesmal wieder in ihren Bann, vom ersten bis zum dreizehnten/letzten Titel.
Tolle Melodien, die sofort ins Ohr gehen und auch so schnell nicht wieder raus.

Ob Sick Puppies nun Mainstream-Musik machen oder nicht, darüber lässt sich (wie so häufig) streiten. Ich möchte mich an solchen Diskussionen eigentlich nicht beteiligen, aber für einige scheint das ein nicht so unbedeutender Faktor zu sein. Meines Erachtens kann man schon sagen, dass es sehr nahe am Mainstream ist, aber eben verdammt gut gemacht, was heutzutage viel zu selten der Fall ist.

Ich kann die CD mit bestem Gewissen für Leute, die auf modernen Alternative-Rock stehen, weiterempfehlen.

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Blackmail - Anima Now!

Unsere Wertung: ****
Anima Now!

Nachdem Blackmail nach 14 Jahren Bandgeschichte und einem großartigen Album nach dem anderen im Jahr 2008 die Trennung von Sänger (und Seele) Aydo Abay bekannt gaben, dachte ich eigentlich: Das wars.
Doch nachdem Gitarrist und Mastermind Kurt Ebelhäuser mit seiner Band Scumbucket (Sarsaparilla) im letzten Jahr ein Spitzenalbum abgeliefert hatten darf man sich in diesem Jahr wieder über ein neues Blackmail Album freuen.
Sänger Matthias Reetz, der vorher mit Junias (Signal) als Vorband von Blackmail unterwegs war füllte die riesige Lücke, die Aydo Abay hinterlassen hatte.
Dass Reetz nicht in einem "Aydo-Abay-sing-alike"-Casting ausgewählt wurde, wie die Band betont, merkt man vom ersten Ton der Platte an. Das Songwriting ist absolut unverkennbar Blackmail, gegenüber dem Vorgänger "Tempo, Tempo" ist kaum ein Bruch zu merken, es wurde nicht das gesamte Bandkonzept umgekrempelt. Dadurch drängt sich der Vergleich der beiden Sänger natürlich noch stärker auf.
Reetz, "der Neue" passt gut zum Charakter der Songs, fängt die Stimmung gut ein und bringt sie souverän rüber. Aus dem übergroßen Schatten des Vorgängers kann er allerdings nicht hervortreten, die Stimme ist nicht so charakteristisch und brennt sich nicht so ein, wie es die Songs mit Aydos Beteiligung taten.

Nichtsdestotrotz ist Anima Now! ein prima Album, dass Blackmail-Fans lieben werden und sich alle Alternative-Rock Fans unbedingt anhören sollten (um sich im Anschluss noch alle alten Blackmail-Platten zu kaufen ;-) ).

Als Anspieltipps würde ich "Monographic Doll" und "Telescope" empfehlen"

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Freitag, 29. April 2011

The Wombats - This Modern Glitch

Unsere Wertung: *****
Wombats Proudly Present...This Modern Glitch

Wären die Wombats nicht längst für ihren Tanzflächen-sprengenden, infektiösen Indie-Pop bekannt, man wäre glatt verblüfft, wie scheinbar nonchalant die Briten einen Dance-Knaller nach dem anderen heraushauen. Eine solche Hit-Dichte auf einem zweiten Album? Das erwartet man nicht, vor allem dann nicht, wenn ein Debüt derart überschwänglich bejubelt wurde, wie das der Liverpooler Buben.

"This Modern Glitch" lebt von den selbstbewussten Pop-Perlen dem jugendlichen Übermut und Blödelhumor. Damit feiern sich die Wombats sicher ein wenig selbst. Und weil Nachhaltigkeit noch nie ihre Stärke war, gehören die zehn Songs auch primär in den Konzerte-Club oder die Indie-Disco. Da soll man dann wieder tanzen, mitgrölen und Spaß haben. Dafür schreiben die Herren nämlich ihre Hits.

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Mittwoch, 27. April 2011

Feeder - Renegades

Unsere Wertung: ****
Renegades (Special ed.)

Lass krachen: nach langer Durststrecke gibts wieder die volle Packung melodiegesättigten Lärm. Lange gefackelt wurde bei Feeder noch nie und das Brit-Trio hat es im Zweifelsfall schon immer eher auf die Zwölf gemocht. Aber dieses – hierzulande mit einem dreiviertel Jahr Verzögerung erhältliche – siebente Album geht mit dem Opener gleich in die Vollen. Das hatte man so dann vielleicht doch nicht mehr erwartet, etwas zu eingerostet schienen die Qualitäten der Frühzeit. „White Lines“ ist ein Bass-bollernder, Gitarren-gesättigter Hi-Speed-Knaller dessen enorm melodischer Drive dem mitreißenden Faustreck-Faktor nie im Weg steht. Deutlich zurück zu den Wurzeln geht „Renegades“, erinnert daran, dass Feeder gern auch in Metal-Magazinen besprochen wurden, nicht nur in der Britpop-Presse, zwei Pole, zwischen denen sie sich eine Zeitlang ganz gut eingerichtet hatten, bevor es dann in eher seichtere Fahrwasser ging und sowieso irgendwie der Wurm drin war in der Entwicklung, den Erfolgen, dem Bandpersonal. Immerhin: Man scheint sich solidiert zu haben, „Renegades“ spricht da ein deutliches Machtwort. Zwei Handvoll sehr solide Songs haben die Waliser also abgeliefert, ordentlich bretternd einerseits und mit genügend Heavyness, aber ohne den deutlichen Willen zum potenziellen Smashhit zu ignorieren, bei aller Krachigkeit immer eingängig zu bleiben, schlicht-funktionale Melodien in geschickt-einfache Arrangements einzukleiden. Das sorgt denn letztendlich auch dafür, dass die gute halbe Stunde Spielzeit denn auch fast schon wieder zu viel ist. Irgendwann hat auch der Gutwilligste begriffen, wie diese Songs funktionieren. Aber das ist vielleicht auch ein zu geschmäcklerischer Vorwurf. Hauptsache, es knallt. Und das tut es, aber hallo.

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Uriah Heep - Into the Wild

Unsere Wertung: ****
Into the Wild
Mein lieber Herr Urgroßvater!
Seit wie lang gibts die jetzt?
Und dann liefern die eine solche Rock-Wumme ab?
Unglaublich!

Uriah Heep ist hier also noch einmal ein großer Wurf gelungen.
Long live Uriah Heep !

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Jamie Woon - Mirrorwriting

Unsere Wertung: *****
Mirrorwriting

Zuweilen düster, doch schön und hypnotisierend mit diesen Worten könnte man Woons Debüt sehr gut beschreiben. Die glasklare, und hohe Stimme von Jamie Woon verbindet sich mit den düsteren Klängen und Bässen, zu einem frischen und selten gehörten Soundspektrum. Anfangs hatte ich doch Bedenken, ob die klare Stimme sich gegen die, zuweilen an Dubstep erinnernden Beats durchsetzt. Doch weit gefehlt: Jamies Stimme und die Sounds gehen eine wunderbare Symbiose ein, die hynotisiert. Nach mehrmaligem Hören bekommt man die Tracks nicht mehr aus den Ohren. Ausfälle gibt es nicht wirklich, da alles wie aus einem Guss wirkt und die Atmosphäre, welche immer sehr dicht gehalten wird, nie durchbrochen wird.

In eine Schublade kann man Woon nicht unbedingt einordnen. Zwischen RnB, Soul und teilweise auch dubstep-artigen Klängen, durchläuft diese Platte einige Genres, ohne sich in einem festsetzen zu wollen.

Klare Kaufempfehlung und ein fast schon unbeschreibliches Soundabenteuer

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