Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Freitag, 29. Januar 2010

Hellfueled - Emission of Sins

Unsere Wertung: *****
Emission of Sins
Die schwedische Metal-Sensations Hellfueled meldet sich endlich mit ihrem lang erwarteten Album zurück. Ihre vierte Veröffentlichung Emission Of Sins wurde von dem preisgekrönten Produzent und Songwriter Rikard Löfgren, der unter anderem für seine Arbeit mit Deathstar und Sparzana berühmt ist, mitgeschrieben und produziert. Eine Zusammenarbeit die das dynamischste und stärkste Hellfueled-Release bisher mit einer bemerkenswerten Produktion, Songs mit Hit-Potenzial und natürlich einer extremen Lautstärke hervorbrachte. Das Album besteht aus 11 hyper-dynamischen Metal-Lobgesängen, die die ganze Konkurrenz garantiert begraben werden. Die Kombination von den gewaltigen Riffs, die das Markenzeichen der Band wurden und dem Gespür Rikard Löfgrens eingängige und hochklassige Refrains zu schreiben macht das Album definitiv zum Top-Seller. Das beeindruckende Artwork wurde von Henke Walse angefertigt, der auch für unvergessene Album-Cover für The Hellacopters, The Hives, Wolf und Sahara Hotnights verantwortlich war, um nur ein paar zu nennen. Hellfueled war schon immer für den besten Metal weit und breit bekannt und dieses Album ist mit Sicherheit keine Ausnahme. Emission Of Sins wird sie als eine der größten Bands, die Schweden je hervorgebracht hat, etablieren.

Auf der Scheibe findet sich kein Ausfall, dafür setzt es jede Menge geiler Songs und Melodien, die einem jeden Tag verschönern. Irgendwann mussten die Jungs ja die Höchstnote einfahren. Warum also nicht jetzt?

Mittwoch, 27. Januar 2010

Kid Harpoon - Once

Unsere Wertung: ****
Once

Der in Chatham geborene Tom Hull, besser bekannt als Kid Harpoon, startete in der Londoner Szene Anfang 2006. Seine erste Veröffentlichung „The River ,The Ocean, The Pearl“ erblickte das Licht der Welt noch im gleichen Jahr. Sein Debütalbum „Once“ erscheint nun mit deutlich Verspätung.

Kid Harpoon hat sich nie als Teil irgendeiner Szene gesehen und schon gar nicht als Teil dieser Szene, die gerade angesagt war. Bevor er in die falsche Schublade gesteckt werden konnte, erschien Trevor Horn als Retter. Und so entstand das Album des jungen Londoners in Los Angeles mit dem weltbekannten Produzenten an den Reglern und einer Handvoll exquisiter Studiomusiker vor den Mikrophonen. Das Album ist damit viel eher ein Rock’n’Roll-Songwriter-Album geworden als das von einigen Leuten erwartete Neo-Folk-Album. Transportiert wird auf jeden Fall das Bild eines Künstlers, der lange Zeit nach seinem Platz gesucht hat und ihn nun letztendlich gefunden hat. Sicherlich mag man hie und da auch Trevor Horns Einfluss wieder finden, doch ganz sicher entfalten sich eine Energie und ein Glanz, der nur Kid Harpoon zugeschrieben werden kann. Ende gut, alles Gut: Ein einzigartiges Album ist nach all dieser Zeit herausgekommen, das ein wenig an die früheren Bob Dylan Alben erinnert und sicherlich seinen Platz finden wird in der derzeitigen Musiklandschaft.

White Rabbits "Percussion Gun" Official Video

That's the real deal: zwei Schlagzeuge, unglaublich gute Songs und sechs coole Amis die ihre Instrumente perfekt beherrschen.

Album: It's Frightening

Causa Sui - Summer Sessions Vol. 1-3

Unsere Wertung: ****


Die CDs bieten genau das, was der Titel verspricht - nämlich lange Improvisationen, die so entspannt sind, als säße man mit einer Tüte und einer Flasche Wein am Strand.

Ohne große philosophische Diskussionen auszulösen, bedeutet Causa Sui so etwas wie "Zweck an sich". Ein guter Name für eine Band, die selbstzufrieden musiziert und ihre Hörer dabei in die eigene Klangwelt mitnimmt.

Rob Zombie - Hellbilly Deluxe 2

Unsere Wertung: ***
Hellbilly Deluxe 2

Der 1. Song "Sick Bubblegum" ist auf myspace komplett zu hören.
Na ja, wie soll ich's beschreiben? Geht so? Oder nur so lala?
Schon auf Educated Horses konnte ich mit seiner neuen Musik, nach seinem Abschied von der Musik, nicht mehr viel anfangen. Alles klang so angestaubt und ausgetrocknet. Leider habe ich vom ersten neuen Hellbilly Deluxe 2 einen ähnlichen Eindruck. Ist ganz ok, aber irgendwie haut mich das nicht um. Wo sind die Hammersounds von Superbeast, Dragula, Scum of the Earth oder Electric Head? Mir fehlen auch die coolen Grooves des Thunderkiss '65 (5 5).
Bin ich zu alt geworden für diesen einstmals kultigen Horrorrocker oder ist er es?
Keine Ahnung! Ich find's eben nur noch mittelmäßig. Da höre ich mir lieber die Sounds seiner alten Tage an. Da waren wir beide noch jünger und alles hat irgendwie mehr Spaß gemacht. :-)

Dienstag, 26. Januar 2010

Band of Skulls - Baby Darling Doll Face Honey

Unsere Wertung: ****
Baby Darling Doll Face Honey

"Wie jetzt? Noch 'ne Band von Jack White?", denkt man im ersten Moment. "I Know What I Am" singt die Combo auf ihrem Debütalbum. Und klingt dabei eher nach den White-Geschwistern als nach etwas Ureigenem. Gerade so, als wüssten sie eben doch nicht so recht Bescheid über sich selbst.

"Baby Darling Doll Face Honey" als Abklatsch der White Stripes abzuhandeln, täte den Schädeln allerdings mehr als Unrecht. Oben genannter Song schließlich wurde 400.000 Mal bei iTunes heruntergeladen – und katapultierte die bis dato unbekannte Indie-Band rasant nach oben. Das können nicht nur Stripes-Verwechsler gewesen sein - das Trio muss also mehr auf dem Kasten haben.

Die elf Songs kommen mit teils sehr unterschiedlicher Struktur daher. Tracks wie besagtes "I Know What I Am" oder "Light Of The Morning" erinnern dank hämmerndem Schlagzeug, und rau verzerrten Gitarren und der leicht nasalen Stimme Russel Mardsens ab und zu auch an Wolfmother. Zudem fühlt man sich irgendwie an Gordon Gano und die Violent Femmes erinnert.

Gleichzeitig übertrieben und reduziert klingt der Sound von Band Of Skulls. Vor allem Matt Haywards krachiges Getrommel hört sich nach hochkarätigen Garagensound an. Jedoch lässt – und das stört spätestens beim zweiten Durchlauf – die Textkreativität zuweilen arg zu wünschen übrig. Besonders penetrant tönt hier "Death By Diamonds And Pearls" im Ohr, das inhaltlich nicht viel mehr als seinen Titel zu bieten hat.

Verwirrend und gleichermaßen bewundernswert bleibt die oben angedeutete Vielfalt bei den Song-Arrangements. Während sich Bassistin und Leadsängerin Emma Richardson bei "Bomb" oder "Patterns" die Finger wund zupft, erklingen in "Honest" äußerst ruhige Töne. Diese wunderschöne Ballade im Stil von Angus And Julia Stone oder Zoey Van Goey wirkt wie eine Ruheoase in der 70s-Rock-Wüste.

Das liegt vor allem an der melodischen Stimme von Emma, die Russell "Mr. Raconteur" Mardsen dort in den Hintergrund drängt. Bei "Cold Fame" und "Fires" zeigt sich Mardsen dann von einer besonders leidenden Seite und beweist ein Händchen für Balladen ohne Schmalzfaktor.

Die Band of Skulls vereinen exzellent gejammte, experimentell anmutende Sequenzen ("Impossible") und wohl durchdachte Melodien - den ganz persönlichen Stil sucht man bisher aber wohl noch. "I've got no reason for the state I'm in. But I know what I am, they know what they are. So let me be."

Drum lassen wir sie in Ruhe stehen zwischen den White Stripes, Led Zeppelin, The Kinks oder Angus And Julia Stone. So ein Kombination muss ihnen schließlich erst mal einer nachmachen.

(laut.de)

Sonntag, 24. Januar 2010

Blockhead - The Music Scene

Unsere Wertung: ****
The Music Scene
Die Welt ist untergegangen. Delphine schwimmen durch die gefluteten Straßen von New York, Affen sitzen auf Abwasserrohren. Vielleicht musizieren sie auch darauf, erzeugen die schrägen, angejazzten Töne, die sich durch das Album ziehen. Oder haben die Überlebenden einen alten Plattenspieler gefunden, hören sich kratzenden Motown an und trommeln dazu auf den Überbleibseln der Zivilisation? Produzent Tony Simon schert sich nicht um die Konventionen des oft so konventionellen Genres HipHop. Er bastelt Beats zusammen, verquickt arabisch Anmutendes mit Bongos und Elektronika, kreuzt die Klänge interkontinental. "The Music Scene" ist das, was bleiben könnte, wenn man abschüttelte, was ist - ohne es komplett zu vergessen. Wie das Cover andeutet, ist das vierte Album Simons ein Blick auf ein mögliches friedliches Leben nach der Apokalypse. Es kommt (fast) ohne Menschen aus, ohne Texte, die irgendwem irgendwas beweisen müssen, ohne Arroganz, ohne Agression. "The Music Scene" mag Flucht sein vor den harten Realitäten, eskapistische Abgrenzung vom eigenen Genre hin zum Chillout. Aber nur wer träumen kann, ist fürs Leben gewappnet. Also: Plattenspieler an, Tür zu, anschalten - und abschalten.

Freitag, 22. Januar 2010

Tegan and Sara - Sainthood

Unsere Wertung: *****
Sainthood
Das 6. Studioalbum der kanadischen Zwillinge, einfach Spitze!
Es ist ein sehr dynamisches Album mit sehr abwechslungsreichen Songs. Top produziert, man merkt, dass sie sich musikalisch immer weiter entwickeln, neue Sachen ausprobieren und nie stehen bleiben. Großes Kompliment an die tolle Kompositionsleistung!

Der Sound von Sainthood ist im Gegensatz zum eher düsteren/melancholischen Vorgänger The Con hauptsächlich rockig und peppig mit Nummern wie Hell, The Ocean, Northshore und dem Upbeat-Song Alligator. Insgesamt wirkt das Album sehr ausgeglichen, die Songauswahl ist gelungen.
Die Texte sind gefüllt mit Metaphern und lassen wieder viel Raum für eigene Interpretationen.

Klare Kaufempfehlung (nicht nur für Fans)!!!

Tocotronic - Schall und Wahn

Unsere Wertung: ****
Schall und Wahn
Der einst in der heutigen Bundeshauptstadt lebende David Bowie schuf mit Brian Eno in den 70er Jahren mit den epochalen Alben Low, Heroes und Lodger eine Berlin-Trilogie. Der Begriff fällt nun auch im Zusammenhang mit Tocotronic, denn nach Pure Vernunft darf niemals siegen und Kapitulation weist auch Schall und Wahn Bezüge zu Berlin auf: Hier wurden alle drei Alben der vom Diskurs-Rock zum mehr poetischen Pop geschwenkten Gruppe aufgenommen, hier wurde Gitarrist Rick McPhail als zweiter Gitarrist vollwertiges Bandmitglied und vor allem liefen alle Werke durch das Mischpult vom Produzenten Moses Schneider. Mit ihm wurden die herb-charmanten, krachigen, dilettantischen und bisweilen hölzern wirkenden Songs eleganter, vielschichtiger und musikalisch spannender - auch wenn die Tocos schon auf ihrem weißen Album Tocotronic andeuteten, dass sie anders können. Textlich stand das Quartett um Songschreiber Dirk von Lowtzow eh jenseits allen Zweifels. So wie auch Ton Steine Scherben irgendwann aufhörten Parolen wie „Macht kaputt was euch kaputt macht“ zu formulieren, so verzichten auch Tocotronic nun vermehrt auf Schlagworte. Die Band, die nicht nur Teil einer Jugendbewegung sein wollte, sondern eine Jugendbewegung rekrutierte, ist nämlich erwachsen geworden in Bild, Ton und Sprache. Es macht Spaß, die zwölf abwechslungsreichen Stücke zu hören. Reicht das Spektrum doch vom ausufernden und 8-minütigen „Eure Liebe tötet mich“ in bester Crazy-Horse- und Grunge-Manier zu feinem Pop, von rumpelnden Rock zu Streichern-Arrangements des Komponisten Thomas Meadowcroft wie Bläser-Passagen von Ebba Durstewitz und Jakobus Siebels (JaKönigJa). Epen und Eruptionen, alles ist dabei. Die Texte sollen andere in stundelangen Analyse-Treffen sezieren und interpretieren, aber die akustischer Chamber-Pop-Nummer „Im Zweifel für den Zweifel“ ist große Lyrik. Ein flammender Appell, nicht immer den so bequemen und angstfreien Weg des geringsten Widerstandes zu gehen.


Eels - End Times

Unsere Wertung: ****
End Times (Deluxe Edt.)
Wenn Mark Oliver Everett alias E einem Album den Titel End Times gibt, dann schwant einem nichts Gutes. Nachdem dieser etwas andere Songwriter Jahre verstreichen, um 2009 mit Hombre Lobo ein sehr lautes, krachendes und erwachsenes Rock-Album zu präsentieren, kehrt der bärtige Mann aus Los Angeles nun wieder in dunklere Spuren zurück. Und das nur ein paar Monate später. Es fängt schon mit dem illustrierten Cover an, das E als alten Graubart zeigt, dessen Blick etwas Leeres und Trauriges hat. Dieses Melancholie kennt man von dem jungen Everett, der damals einen Familieangehörigen nach dem anderen zu Grabe tragen musste. Nun steht E in der Mitte seines Lebens, doch die Melancholie ist nicht gewichen...aber sie ist eine andere. Wieder ist es Verlust, der im Mittelpunkt von End Times steht, aber niemand ist diesmal gestorben, der Kopf der Eels leidet offen unter dem Ende einer Beziehung. Dabei startet das Album, das E fast im Alleingang in den eigenen vier Wänden auf einem alten, analogen 4-Spur-Rekorder aufnahm, ermutigend. „...and everything was beautiful and free…” singt er im Opener “The Beginning”, doch schon im nächsten Song „Gone Man” kippt die Stimmung völlig und E singt „...she used to love me but it’s over now“ und suchst einen schwachen Trost in der Tatsache, dass er „...not the only one who’s feeling this pain...“ ist. Ganz überraschend bricht dieses knackige Rock-and-Roll-Stück musikalisch aus. Auf End Times überwiegen nämlich die vielen sparsam arrangierten Lieder mit zauberhaften Melodien. Kombiniert mit den klar und deutlich formulierten Texten über Hoffnungslosigkeit, desperate und harte Zeiten, der Suche nach Vertrauen, diesem schmerzhaften Gefühl, irgendwie durch den Tag zu kommen und das Lamentieren, dass sich sogar Jesus abgewandt hat („Gone“), schlägt das ganz schön aufs Gemüt. Der Mann macht einem echt Sorgen, man möchte ihn am liebsten in Schutzhaft vor sich selber geben. Ganz am Ende aber, da taucht ein Licht dieses langen, dunklen Tunnels namens End Times auf. In „On My Feet“ singt der Eels-Frontmann: „I am a man in great pain over great beauty / It’s not easy standing on my feet these days / But you know I’m pretty sure / That I’ve been through worse…” um mit den Worten zu schließen: „I just gotta get back on my feet”. Fortsetzung folgt.