Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Sonntag, 17. April 2011

TV on the Radio - Nine Types of Light

Unsere Wertung: *****
Nine Types of Light

"Night Types Of Light" begeistert die Medien und auch uns.
Ist dieser Band mit diesem Album ein Überwerk gelungen?
Wir meinen absolut ja!
Kaum auf dem Markt, ist die Begeisterung schon enorm.
Auf der neuen CD "Nine Types Of Light" mischen die Amerikaner wieder einmal Hip-Hop, Pop, Rock und House zu einer süchtig machenden Dosis zusammen.
Mit Tränen der Begeisterung in den Augen schwelgen wir in allerhöchsten Tönen:
TV On The Radio ist die "Die hippste Hipster-Band der Welt".
"Nine Types Of Light" wirkt wie eine Brechung des Lichts: Da sieht man hierhin und bekommt anderswo die Augen neu geöffnet.

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Ladytron - Best of Ladytron 00-10

Unsere Wertung: *****
Best of Ladytron 00-10

Die Liverpooler Electro Band LADYTRON formierte sich 1998, und hat es bis dato irgendwie geschafft ihr gesamtes Bestehen lang, stylish und zukunftsweisend zu klingen, während viele ihrer einstigen Electroclash Kollegen der Vergessenheit anheim gefallen sind. Nun wird LADYTRON ihre erste Retrospektive gewidmet. Das Karriere umspannende "Best of" spiegelt die gekonnt ausgeführte (und herrlich subversive) Dualität des Quartetts wider: Alte Grooves versus üppige Synthesizer und lebendige Melodien versus schimmernde Atmosphären.

Als ich Ladytron das erste Mal hörte, war ich auf Anhieb gefangen von der großen Kraft der Songs, deren Melancholie, und der schönen Frauenstimmen, die gepaart mit eingängigen Beats, Bassläufen und tiefgreifenden Melodien erstklassige Musik entstehen lassen. Beim Hören wird man hier und da erinnert an Kraftwerk, Depeche Mode, Anne Clark, Erasure, New Order, aber an sich sind Ladytron einzigartig!

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Dienstag, 12. April 2011

Looptroop Rockers - Professional Dreamers

Unsere Wertung: ****
Professional Dreamers

Drei Jahre war es still um Schwedens wohl größten Rap-Exportschlager Nummer 1, die Looptroop Rockers. Im März veröffentlichte die vierköpfige Crew um Promoe, Embee, Spupreme und Cos.M.I.C. ihr nun schon fünftes Album mit dem verheißungsvollen Titel "Professional Dreamers". Mit lediglich 13 Songs fällt das Werk nicht gerade üppig aus, doch das will nichts bedeuten, denn einen Zusammenhang zwischen Quantität und Qualität gibt es ja bekanntlich nicht. Nun genug der Rede, steigen wir doch einfach direkt in die Träume der Rockers ein.

Sobald man die ersten Klänge von "Don't Wanna Wake Up" zu hören bekommt, weiß man sofort, warum das Quartett lieber im Bett bleiben möchte. Mit klassischem Hip Hop hat dieses Intro nicht mehr viel zu tun, geht eher in die fantastische und spacige Richtung von Kid Cudis Ausflügen ins Weltall. Von nicht minderer Qualität ist der Titeltrack "Professional Dreamers". Dieser klingt auf der einen Seite etwas schräg, aber auch faszinierend und dank des flotten Rhythmus auch mitreißend, sodass man schon von Beginn an dem Album seine Aufmerksamkeit schenkt. Der furiose Auftakt wird sofort mit "Any Day" fortgeführt, das während der Strophen mit einer trockenen Drum noch recht schlicht rüberkommt, für den Refrain hat Band-Producer Embee die Elektronik dann voll aufgedreht, was dann wie ein Finale zu den Rhymes der restlichen Truppe wirkt. "This Music Sounds Better At Night" macht seinem Namen alle Ehre, denn durch einen düsteren und geheimnisvollen Touch passt dieses Stück besser in die Abendstunden, ist nichts desto trotz wunderbar melodisch und nicht zuletzt durch den eingesungenen Refrain wunderbar relaxt. Im krassen Gegensatz dazu steht das extrem hektische High-Speed Stück "Do" (feat. Gnucci Bandana). Auf der einen Seite offenbart dieser Song die außerordentlich gute Rap-Technik der Looptroop Rockers, auf der anderen ist es jedoch auch recht anstrengend, ihn sich von Anfang bis Ende anzuhören, was weniger an den auf Party getrimmten Lyrics liegt, sondern dem Instrumental geschuldet ist.

Wem das nicht so gefällt, der kann guten Gewissens skippen, denn die folgenden "On Repeat", "Sweep Me Away" und "Blow Me Away" lassen es alle wieder eine Spur ruhiger angehen, ohne dabei an Drive zu verlieren oder gar langweilig zu werden. Auch "Darkness" folgt diesem Prinzip, setzt aber noch mal eine Schippe drauf und kann gut und gerne als eines der Highlights der Platte bezeichnet werden. Zu diesem Ruhm kommt der Song auf der einen Seite durch die packenden Raps und die Gesangsparts, aber auch das Instrumental geht wirklich rein wie Butter. Es verbindet gekonnt eine gewisse Energie mit etwas emotionaleren Klängen und weiß dadurch zu begeistern. Bevor es danach in die Endphase geht, wird auf "El Clasico" noch einmal der Power-Regler aufgedreht und dann ab "Magic" (feat. Chords), das mit dem für Hip Hop eher unüblichen, dominierenden Akkordion wirklich etwas magisch ist, ein verträumter Schlussspurt hingelegt. Seinen Ausklang findet "Professional Dreamers" mit dem traurigen Gedenken an "Jospeh", der wohl emotionalsten Nummer des Albums, die es ein letztes Mal schafft, den Hörer in ihren Bann zu ziehen.

Dank der vielen melodischen Stücke und der meist entspannten Art geht die Musik schnell ins Ohr und sorgt für gute Laune, da sieht man auch gerne über 2-3 mittelmäßige Tracks hinweg. Ob die Anhänger der alten Alben hiermit zufrieden gestimmt werden, ist etwas fraglich, dafür hat "Professional Dreamers" aber das Zeug neue Fans zu gewinnen.

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Sonntag, 10. April 2011

Mirrors - Lights and Offerings

Unsere Wertung: ****
Lights and Offerings

Die Hurts haben dem Synthpop Revival die Tür zur Massenwirksamkeit geöffnet, the Mirrors gehen jetzt konsequent hindurch.

Hier stellt sich eine weitere Band vor, die im Spannungsfeld zwischen OMD und Depeche Mode ein beeindruckendes Debüt veröffentlichen. Lights and Offerings" schafft des Spagat zwischen einer gewissen Düsternis und erhebenden Momenten und mischt dabei eine schwermütige fast Kraftwerk-eske Grundlage mit verträumten analogen Synthesizern. An manchen Stellen sind die Maschinen fast noch wärmer als der Gesang, der oft sehr desorientiert - im positiven Sinne - und losgelöst wirkt. Die Melodien sind dabei stets sehr eingänglich. Anspieltipps: LOOK AT ME und HIDE AND SEEK.

Interessant ist dieses Album damit vor allen für zwei Gruppen: Die jüngeren Freunde des Synthpops, die diese Richtung gerade erst mit Band wie Hurts oder Black Room entdecken, und natürlich die schon etwas älteren Freunde des Synthpops, die sich mit den oben genannten 80er Grössen schon immer sehr heimelig gefühlt haben.

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Foo Fighters - Wasting Light

Unsere Wertung: ****
Wasting Light
Was kann man von einem (Rock-)Album erwarten, dessen erste Single „Rope“ vom (US-)Rolling Stone mal eben zum „hairy-testicled, devil-dicked atomic beast of a single“ erklärt wird? Ohne Zweifel eine ganze Menge. Oder besser: ein Maximum an Lärm und Wahnsinn. Doch eigentlich sind die Erwartungen an das siebte Foo Fighters-Album sowieso nicht mehr zu toppen. Millionen von Fans weltweit erwarten nicht weniger als ein weiteres Meisterwerk im Œuvre der wohl coolsten und größten Rockband unserer Tage. Die „Hauptschuld“ daran trägt nicht zuletzt die Band selbst: seit Wochen und Monaten veröffentlichen Dave Grohl und Kollegen in schöner Regelmässigkeit Details über die Arbeiten an „Wasting Light“, die es allesamt in sich haben und die Foo Fighters-Anhänger auf allen Kontinenten in Euphorie versetzen.

Wie zum Beispiel die News, dass Grohl erstmals seit fast zwanzig Jahren wieder mit Produzent Butch Vig zusammen arbeiten würde, unter dessen Regie 1991 das legendäre Nirvana-Album Nevermind entstanden war. Oder dass die Aufnahmen zu Wasting Light komplett in Daves Garage im kalifornischen San Fernando Valley stattfinden würden. Komplett analog. Ohne Computer. Ohne Software. Aber mit Krist Novoselic (!). Der ehemalige Nirvana-Bassist spielte bei dem Song „I Should Have Known“ Bass und Akkordeon. Und nicht zu vergessen Bob Mould. Auch der Ex-Hüsker-Dü-Gitarrist und Sänger quetschte sich zu Dave Grohl, Taylor Hawkins, Nate Mendel, Chris Shiflett und Pat Smear in Grohls Garage und ist nun auf dem Stück „Dear Rosemary“ zu hören.

Das Album gefällt mir jetzt schon besser als "Echoes, Silence, Patience & Grace" welches zwar 3 Hammerlieder hatte, aber auch einige Schwächen. Mit "Wasting light" gibts 11 Songs, die man einfach durchlaufen lassen kann, wie auch bei "The colour and the shape".

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Glasvegas - Euphoric///Heartbreak \\\

Unsere Wertung: ***
Euphoric///Heartbreak \\\

Große Gesten, viel Gedöns – dieses verflixte zweite Album ist nicht wirklich der Weg zur Unsterblichkeit. Viel Zeit lassen sich Glasvegas auf diesem Album, volle drei Minuten gibts erstmal nur atmosphärisches Gemurmel und Gesause, bevor es mit den eigentlichen Songs losgeht. Und irgendwie kann man das für dieses zweite Album der Schotten auch als wegweisend erachten. Zweieinhalb Jahre nach ihrem furiosen Debüt und dem gleich ganz großen Rummel vom Start weg, sind die Erwartungen selbstredend enorm, kaum zu erfüllen eigentlich wie so oft. Man kann sich das an der ersten Single „Euphoria, Take My Hand“ alles schon anhören, die großen ausholenden Melodiebögen mit der verzweifelten Grundstimmung, die gniedelnden Gitarren auf dichtgewebtem Synthieteppich. Und man stellt fest, dass in all dem Getöse schlicht und einfach die zwingende Songidee vergessen wurde, ein Grundproblem dieses Albums, bei dem am Ende außer all dem Soundbrimborium und Allens Sirenenstimme nicht wirklich viel hängenbleibt. Es ist kein schlechtes Album an sich, das sollte festgehalten werden, aber es ist eben auch nicht das Album, was einem Glasvegas für die nächsten Jahre unverzichtbar gemacht hätte.

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Samstag, 9. April 2011

Peter Bjorn and John - Gimme Some

Unsere Wertung: *****
Gimme Some

Ja ja, diese Schweden!!! Die habens wirklich drauf. Nach den The Sounds wieder Bestnoten für diese Nordlichter.
Und leider kommen wir wieder nicht drüber hinweg 5 Sternchen herzugeben. Wie beim letzten Alben auch.
Da steckt dann schon Klasse dahinter.

Souveräne gute Laune, schmissige Gitarren, viele „Ohohohos“ und irgendwie auch eine wohltuende Rückmeldung aus der Post-Überhit-Krise. „Gimme Some“ präsentiert sich von vornherein als eindeutiges Pop-Album, leichtfüßig, ganz in der Tradition der verspielten Eleganz, die oft gerade schwedische Bands aus dem Einheitsbrei des Genres herauszuheben vermag. Locker und luftig wirken diese Songs großteils, mühelos beschwingt und mit dem Potenzial zur ganz großen guten Laune, die sich obendrein in der nächsten Indie-Disco auch noch perfekt raustanzen ließe. Selbstverständlich wird dabei kein Rad neu erfunden, aber wie das Trio ihre Songs trotzdem irgendwie mit Überraschungseffekt hinbekommt, lässt immer mal wieder aufhorchen. Bei „Dig A Little Deeper“ zum Beispiel braucht es nicht viel außer einem flott aufgelegten Allerwelts-Gitarrenzappel-Anfang, dem extrem nach vorn gestellten, keinesfalls unfehlbaren Lead-Gesang, einer Handvoll clever gesetzter Breaks und dem frech-simplen „Oho“-Chorus. Den kramen sie – mit geringfügig geänderten Inhalt eh immer mal wieder gern raus, er ist der probate Gute-Laune-Transmitter und fast so etwas wie ein Markenzeichen. „Eyes“ baut sich dann um ein markantes Gitarrenlick herum auf, versprüht dabei rauen Handclap-Charme und stampfenden Rhythmus, bevor er sich in ein fast schon breitwandiges nichtsdestotrotz angenehm unperfektes Gitarrensolo ergießt. Dass es Peter, Bjorn & John aber auch immer noch diesen einen Zacken schmissiger als andere drauf haben, beweisen sie mit „(Don’t Let Them) Cool Off“, einem großartigen Hi-Energy-Popsong mit Schepperdrums, treibenden Gitarren und maximal reduzierten Lyrics, der sich leicht als der Höhepunkt des Albums festmachen lässt. Super Schön!

Es scheppert gewaltig auf "Gimme Some" und die Raffinesse und Lässigkeit, mit der das Trio einen Song nach dem anderen heraushaut, als wäre weiter nichts dabei, läßt einen staunen. Die Herren Gallagher und Casablancas jedenfalls sollten sich trotz des milden Wetters besser etwas wärmer anziehen, denn das Album mit dem besten Rock'n Roll des Jahres 2011 kommt - Stand jetzt - nicht aus Manchester oder New York, sondern eben Stockholm.

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Freitag, 8. April 2011

The Sounds - Something to die for

Unsere Wertung: ****
Something to die for

Etwas vollmundig versprechen die Schweden bei ihrem neuesten Werk, es wäre etwas wofür man sterben könne.
Und man muss zugeben, ganz übertrieben ist ihr Titel nicht.
Das neue The Sounds Album ist sicher ein wenig mehr elektronisch als die anderen und klingt im ersten Durchlauf ungewohnt. Nach und nach kicken die Songs aber immer mehr. Mir gefällt besonders "Better Off Dead" und "Something To Die For". Finde es mittlerweile schon fast das beste Album der Band.


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Donnerstag, 7. April 2011

Milow - North and South

Unsere Wertung: ****
North and South

Nach dem Erfolg des zweiten Albums "Milow" war für mich keineswegs sicher, dass das nun vorliegende dritte Album hieran anknüpfen kann.

Glücklicherweise wurde ich positiv überrascht.

Milow ist sich und seinem Stil treu geblieben und hat nicht den Fehler gemacht, mit dem dritten Album etwas völlig Neues zu probieren. Seine Fans werde es ihm danken, denn die unverwechselbare Stimme gepaart mit melodischen Klängen und guten Texten ist und bleibt sein Markenzeichen. Einmal mehr stellt er seine Singer-/Songwriterqualitäten eindrucksvoll unter Beweis.

Die erste Auskopplung 'You and Me (In My Pocket)' versprüht gute Laune und bleibt im Gehörgang hängen, auch wenn er längst verklungen ist. Ein Titel mit Ohrwurmpotential, der die Qualität von Milow unterstreicht.

Auf dem Album warten zehn weitere Titel darauf entdeckt zu werden, wobei keiner qualitativ abfällt. Jeder wird seinen eigenen Favoriten darunter finden und eines ist sicher: Die Suche macht auch bei 10 Durchlauf noch richtig Spaß.

Insgesamt ein sonniges Album, das uns durch diesen Sommer begleiten wird.

Ein würdiger Nachfolger!

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The Kills - Blood Pressures

Unsere Wertung: ****
Blood Pressures

Die elf Tracks auf Blood Pressure haben alles, was die Musik von The Kills ausmacht: schmutzige Gitarren, treibende Rhythmen und Texte, die genauso intelligent wie sexy sind. Im Vergleich zu den Vorgängern hat der musikalische Überbau des Duos merklich an Gewicht gewonnen: Neben einem volleren Sound zeigen sich Hince und Mosshart deutlich experimentierfreudiger und vielschichtiger, aber auch harmonischer. Textlich bleiben sich The Kills nach wie vor ehrlich, tiefempfunden und manchmal einfach herzzerreißend.

Von Hince und Mosshart im Alleingang eingespielt, gibt sich das Album wieder einmal betont lässig und um keine Antwort verlegen, offenbart aber auch eine neue Nachdenklichkeit, ja sogar Wehmut und Verletzlichkeit in den Texten. Mit Blood Pressure behauptet die Band ihre Stellung als eine der vitalsten im aktuellen Musikgeschehen.

Blood Pressure ist das vierte Album von The Kills, nach dem 2008 erschienenen Midnight Boom, No Wow von 2005 und dem Debüt Keep On Your Mean Side aus dem Jahr 2002.

Kompromißlos, unverdrossen!

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