Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Samstag, 27. Dezember 2008

Ingrid Michaelson - Girls and Boys

Unsere Wertung: *****

Girls and Boys (inkl. der Hitsingle 'The Way I Am' und Bonustrack 'Keep Breathing')

Weil sie keinen Bock mehr hatte auf die leidige Musiktheorie, schmiss Ingrid Michaelson im Teenageralter die Klavierstunden. Rückblickend kann die amerikanische Songwriterin froh sein, dass ihr die Eltern den Unterricht aufgedrückt hatten, denn inzwischen bestreitet sie mit Singen, Zupfen und Tastenhauen ihren Lebensunterhalt: Über eine Viertelmillion Platten hat die 29-Jährige bisher ganz ohne Label unter die Leute gebracht. Ihre selbstgeschriebenen Popsongs sorgten nicht nur im TV-Krankenhaus von "Grey's Anatomy" für Kammerflimmern, sondern bestehen auch in den eigenen vier Wänden als softer Soundtrack zum Kuscheln. Nur selten feilt Michaelson mit elektrischen Gitarren Kanten in die ruhigen Songs. Und dennoch schmachtet sich ihr zweites Album mit Songs wie "The Way I am" und "Breakable" unvergesslich ins Ohr. Einer der Newcomer des Jahres.

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Sonntag, 21. Dezember 2008

Aimee Mann - Calling On Mary

TuneSpy wünscht Euch allen ein bezauberndes Weihnachtsfest.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Eugene McGuinness - Eugene McGuinness

Unsere Wertung: ****

Eugene Mcguinness

Eugene McGuinness missioniert die britische Musikpresse. Der 22-Jährige mit Wohnsitz in Liverpool trägt Topfschnitt und schert sich einen Dreck um musikalische Trends. Doch als der irischstämmige Singer/Songwriter 2007 seine Debüt-EP veröffentlichte, war plötzlich Charme das neue Cool. Mit Wurlitzer, Klavier und Elektronik baut er wunderbar zeitlose Songs zwischen Pop, Folk und Klavierballade, die jeden Trend aushebeln. Egal, wie dicklippig die britische Hypepresse ihn mit Rufus Wainwright und Sufjan Stevens verglich: Diesmal traf alles zu. Doch seine EP bestritt McGuiness noch im Alleingang. Was aber, wenn die Engländer ihn auf seinem Albumdebüt nun als Bandleader hören? Natürlich haben die überbordenden Kompositionen nach üppigeren Arrangements und gelegentlichen Streichern verlangt. "Moscow State Circus" muss nun einfach sein erster Radiohit werden, und dank "Crown the Clown" sind sogar Queen rehabilitiert. Wetten, dass auf der Insel bald alle mit Topfschnitt rumlaufen? Und diesmal spinnen die Engländer nicht.

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Dienstag, 16. Dezember 2008

Illa J - Yancey Boys

Unsere Wertung: ****

Yancey Boys

Leider ist einer der besten Produzenten der Neuzeit viel zu früh von uns gegangen. Jay Dee, aka J. Dilla hat unter anderem viele Beats für Slum Village an den Boards gefertigt, und in Detroit war er unantastbar der Beatmaker schlechthin. Es hat den Anschein, als hätte er eine Menge fertige Instrumentals hinterlassen, denn nun schickt sich sein jüngerer Bruder an, die Arbeit seines Mentors zu vervollständigen. Die Beats stammen aus der Zeit 1995-98 und laut Labelmanager Michael Ross war es an der Zeit, sie dem 21-jährigen Illa J. zuzuschieben. Auf seinem Debüt wird zwar deutlich, dass es noch hier und da an der Flow-Technik mangelt, doch ist auch Illa J. Einer derjenigen MCŽs die es schaffen, Geschichten mit Background zu erzählen. Sehr gelungen ist die Nummer R U ListeninŽ" mit Guilty Simpson, einem der aufgehenden Sterne der Eastcoast! Illa J. kann schreiben, reimen, singen und Instrumente spielen - ein wahrer Musiker also. Dies alles hilft ihm dabei ein Album vorzulegen, welches seinen großen Bruder stolz gemacht hätte. Das komplette Paket ist es noch nicht ganz, hier und da kratzt es noch etwas. Für sein erstes Werk ist es mehr als ansehnlich - It's the Yancey Boys Baby !

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Ludacris - Theater of the Mind

Unsere Wertung: ****

Theater of the Mind

Christopher Bridges aka Ludacris hat seit seinem Debüt im Jahre 2000 eine beachtliche Karriere hingelegt: Dreimaliger Grammy-Gewinner, Co-Gründer von Disturbing tha Peace und mit über 15 Millionen weltweit verkauften CDs erfolgreichster Südenstaaten-MC aller Zeiten. Genau wie sein langjähriger Feind T.I. released er diesen Herbst sein mittlerweile 6. Majoralbum. Konzeptionell ist "Theater of the Mind" wie eine Art Kinofilm angelegt, jeder Song als eine Art Szene. Mal sehen ob seine Vorstellung oscarreif ist...
Los geht es mit einer völlig abgedrehten Stimme die einen in Ludacris' Welt einlädt. The Runners zeigen sich für den passenden Beat verantwortlich. Dieser macht aus dem Intro zusammen mit Luda's Reimen ein passenden Anfang für ein gutes Album!
Weiter geht's mit "Undisputed" mit Producer Don Cannon und Co-Star Floyd Mayweather, der ihm hier im Box-Ring beratend zur Seite steht sobald der Gong ertönt! Herrlicher Blues-Beat, erinnert ein wenig an vergangene Tage von Cannons Produktionsleistungen. Runde 1 geht klar an den Ludameister.
Dann beehrt uns DJ Toomp mit einem Burnerbeat vom Derbsten. Mit dieser 2. Single beendeten die langjährigen Kontrahenten T.I. & Ludacris ihren Beef. Gut so! Auch dieser Song weiß zu gefallen. Luda sticht T.I. hier aus, genau wie bei "On Top of the World" von Tip's Paper Trail, bei dem das Trio T.I., Luda & Toomp ebenfalls am Start ist.
Dann schlagen Mr. Bridges & T-Pain etwas seichtere Töne an. T-Pain gehört sonst gar nicht zu meinen Favoriten, doch sein Talent für solche Kuschelnummern ist unbestritten. Dazu legen die Trackmasters (Poke & Tone) einen schönen Clapbeat drunter, was die Sache noch mal steigert.
Danach kommt mit "Call up the Homies" wieder ordentlich "Hood-Mentality" durch, The Game, Luda & Willy Northpole lassen den Hörer direkt nach ATL & Compton entgleiten...
Die nächste "Szene" ist dann "Southern Gangsta", der erste richtig fette South-Banger auf dem Album. Angekündigt durch einen Sprecher zeigen sich noch Playaz Circle & Ricky Ross aka The Boss auf dem dunklen StreetRunners-Beat von ihrer besten Seite. Vor allem Rick Ross' raue Stimme passt perfekt zur Stimmung des Songs. Eine wiedermal gelungene ATL-MIA Kombination! Und das auch noch ohne Refrain.
"Everybody Hates Chris" mit Blödelbarde Chris Rock wieder sehr groovig daher, wahrscheinlich da genau wie bei "Undisputed" wieder Don Cannon für den Beat verantwortlich ist. Eher durchschnittlicher Song.
"What Them Girls Like" ist dann der Clubbanger für zwischendurch, Chris Brown und Sean Garrett sind auch mit von der Partie. Alle drei wissen was die Mädels mögen, und der Darkchild-Beat wird den ein oder anderen DJ im Club die Platte ganz oben hinlegen lassen, durchaus gelungen!
Wieder ein Florida-Feature auf "Nasty Girl": Plies' nervtötende Stimme, ein ebenso wenig überzeugender Ludameister und Synthie-Gedudel von Swizz Beatz (!) machen den Track jedoch zu einem Lowlight. Swizz sollte lieber bei dem bleiben was er kann.
Dass Scott Storch mittlerweile weniger auf Clubbanger, sondern auf eher seichtere Nummern eingeht zeigt er wieder auf "Contagious" mit Jamie Foxx. Allerdings machen alle Beteiligten ihre Sache gut, herrlich chillig macht vor allem Jamie den Song hörenswert.
Mit "Last of a dying Breed" kommt ein richtiger Megabrecher daher, der pompös-imposante Beat passt perfekt zu Luda's krassen Reimen und Lil' Waynes Stimme, der zur Abwechslung mal wieder ordentlich rappt. Der Refrain verrät zu was der Track gut ist: "MC means move the crowd"!
WOW! DJ Premier mit einem richtig dicken New York Beat auf "MVP"! Ungewohnt für Mr. Bridges, aber er macht seine Sache auf diesem Juwel von Premier richtig gut! Der gescratchte Refrain passt hier wie die Faust aufs Auge, sehr geiler Solo-Track von Luda.
"I do it for Hiphop" ist ähnlich gelungen, denn mit Ludacris, Nas & Jay-Z auf einem Track kann man nicht allzu viel falsch machen! Smoother Song.
"Do the right Thing" mit Common & Spike Lee ist abermals ein Highlight, der mit Trompeten & Flöten daherkommende Beat von 9th Wonder überzeugt völlig! Beide Gäste tun ihr Übriges! Use your brain homie, do the right thing!
Luda gelingt hier ein wirklich gelungenes Album. Sicherlich kein Klassiker der in die Annalen der Down South Historie eingehen wird, aber ein gutes Album allemal. Als Anspieltips eignen sich "Southern Gangsta", "Last of a dying breed", "MVP" und "Do the right thing"!
Fans von Luda werden hier sowieso zugreifen, doch auch allen anderen sei dieses Album durchaus empfohlen.

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Freitag, 12. Dezember 2008

Threatmantics - Upbeat Love

Unsere Wertung: ****

Upbeat Love

Rock ’n’ Viola: Das walisische Trio vereint auf seinem Debüt Unvereinbares

Die Threatmantics sind eine Rock-’n’-Roll-Band. Und natürlich sind sie nicht irgendeine R-’n’-R-Band. Das mag daran liegen, dass der Leadgitarrist der Threatmantics eine Viola spielt und dass Schlagzeug sowie Keyboard von ein und derselben Person bedient werden – und das gleichzeitig. Das walisische Trio hat bislang zwei Singles veröffentlicht, die von hübsch-hässlich-schmutzigen Orten und freudigen Gedanken künden. Das Debütalbum „Upbeat Love“ war zunächst als Demo geplant, dann wurde es EP, dann Minialbum und präsentiert sich jetzt als flügger Longplayer, der bereit ist, das Nest zu verlassen. „Upbeat Love“ ist ein knackiges Acht-Track-Album bis zur Unterkante Oberlippe vollgepackt mit schmutzigem, irrem Rock ’n’ Roll, in dem sich Viola und Gitarre mit archaischen Rhythmen einen gnadenlosen Kampf um hymnenhafte Melodien liefern.

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William Fitzsimmons - Goodnight

Unsere Wertung: *****

Goodnight

Früher, als Psychotherapeut, hörte William Fitzsimmons Patienten zu, heute erzählt er uns aus seinem eigenen Leben: von seiner Kindheit als Sohn blinder Eltern in Pittsburgh, von vergangener Liebe.

Vermutlich wäre uns der vollbärtige Singer/Songwriter entgangen. Doch weil gleich mehrere seiner Songs in Schlüsselszenen der Krankenhaussoap "Grey's Anatomy" liefen, erscheint "Goodnight" nun mit zwei Jahren Verspätung in Deutschland.

Auch in den USA konnte er seine Karriere dank der TV-Serie anschubsen. Inzwischen vergleichen ihn Kritiker mit Sufjan Stevens, Iron & Wine oder gar Elliott Smith. Völlig zu recht, zumal er auch seinen alten Job nicht aus den Augen verliert. Wenn er traditionelle Folksongs mit dezenter Elektronik durchsetzt und mit gehauchtem Bariton sein Leid mit uns teilt, wird er zum Verbündeten, der uns durch die dunklen Monate bringt.

Bezaubernd! Und ein tolles Weihnachtsgeschenk für die Herzallerliebste!

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Mittwoch, 10. Dezember 2008

Deerhunter - Microcastle

Unsere Wertung: *****

Microcastle

„Microcastles“ ist der Nachfolger des hoch gelobten Albums „Cryptograms“ aus dem Jahr 2006 und wurde innerhalb nur einer Woche in den Rare Book Studios in Brooklyn, NY aufgenommen. Die Band bestand zum Zeitpunkt der Aufnahmen aus vier Musikern: Bradford Cox (der auch mit seinem Projekt Atlas Sound von sich reden machte), Lockett Pundt, Joshua Fauver und Moses Archuleta. Seit damals ist mit Whitney Petty noch weitere Verstärkung an der Gitarre hinzugekommen. Bradford übernimmt auf fast allen Songs den Leadgesang. Cox, der kreative Kopf der Band, verkündete vor einiger Zeit auf seinem Myspace Profil: „My punk days are over!“ Macht Sinn, denn „Microcastle“ überrascht mit lockerem Charme und lässt nur noch stellenweise (z.B. bei „Never Stops“) den wilderen Garage Sound der frühen Deerhunter wieder aufleben. Das beinahe schon sakrale „Activa“ unterstreicht das vielseitige und klare Songwriting der Band, während „Saved By Old Times“ mit einer so kickenden Gitarre daherkommt, dass es auch auf ein Dave Mathews Album passen würde.

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Aimee Mann - One More Drifter in the Snow-New ed.'08

Unsere Wertung: ****

One More Drifter in the Snow-New ed.'08

Weihnachten sollte man einen Gang runterschalten. Stattdessen hetzen die meisten mit Schmalzkuchen in der einen und Geschenkeliste in der anderen Hand von Geschäft zu Geschäft. Glockengeläut und "Rabababam" allüberall machen einen aber auch zum Duracellhäschen. Wahrscheinlich stehen deswegen bei Aimee Mann weder Sakrales noch "The little Drummer Boy" auf dem Programm. Die Songwriterin bleibt auch im Festtagstaumel ein spröder Ruhepol. Die Sammlung ihrer liebsten Weihnachtslieder ist betont ruhig und sparsam instrumentiert; unter Manns "Chestnuts roasting on an open Fire" brizzeln eher die letzten glimmenden Kohlen. Nur bei "You're a mean one Mr. Grinch" gestattet sich die Sängerin ein wenig augenzwinkernde Theatralik. Mit "Calling on Mary" schließt das Album dann mit einer Eigenkomposition im vertrauten Mann-Stil. Sehr beruhigend.

Für uns das beste Christmas-Album seit langer Zeit.

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Dienstag, 9. Dezember 2008

The Knux - Remind Me in 3 Days

Unsere Wertung: *****

Remind Me in 3 Days

I Need A Fresh Cappucino With A Mocha Twist!" Tatsache! Am besten eine ganze Thermoskanne voll – auf Ex. Mein lieber Herr Gesangsverein, wie zur Hölle konnte ich The Knux nur so komplett verpennen? Da kollidiert Outkast'sche ATLieness mit dem XL Neo-Boom Bap der Cool Kids. Und das wiederum mit dem Ultimate-Funk der Artifacts – und was mach' ich? Ich dreh' statt den Lautstärkeregler auf Anschlag sonstwo Däumchen.

Alter Schalter, das hier hebt nicht mal eben die Tür aus den Angeln, sondern ganze Wohnblocks aus der Infrastruktur.

5 Sterne hier! Was sonst!!!

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