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Dienstag, 23. März 2010
Dukes of Windsor - It's a War
Unsere Wertung: *****

Europa muss aufholen: Mit “It’s A War” veröffentlichen die Australier hierzulande ihr Debüt – ein Best Of ihrer bisherigen Karriere Down Under. Auch wenn der Bandname es vorgaukeln mag: Die Dukes Of Windsor sind keinesfalls royalen Blutes. Vielmehr legten die Jungs im australischen Windsor den Eid ab, nicht nur Freunde, sondern eine Band zu sein. Das ist inzwischen fünf Jahre her und in ihrer Heimat haben die Dukes bereits eine ordentliche Karriere hingelegt. Ihre Alben „The Others“ und Minus“ wurden mit Goldauszeichnungen und Chartplatzierungen prämiert, doch Australien war der Band nicht genug.
So residieren die Dukes Of Windsor inzwischen in Berlin, um in Europa, mindestens aber in Deutschland ein ähnliches Karriere-Kunststück zu vollbringen und veröffentlichen mit „It’s A War“ nun eine Art Best Of ihrer Discographie. Der Großteil der Songs stammt von ihrem 2008 erschienen „Minus“, auf dem sie ihren Sound aus traditionellem Rockinstrumentarium und elektronischem Topping bereits nahezu perfektioniert haben. Ob schwelgerisch wie „Crystal’s Getting High“ oder hitträchtige wie der Titeltrack, Zentrum fast aller Stücke ist die eindringliche und gleichzeitig fragile Stimme von Sänger Jack Weaving.
Die Qualitätsdichte der Songs ist unbestritten hochkarätig und damit ist „It’s A War“ ein wunderbares Kompendium für alle, denen die Dukes Of Windsor bisher durch den Radar gerutscht sind.

Dukes of windsor - It's A War

Europa muss aufholen: Mit “It’s A War” veröffentlichen die Australier hierzulande ihr Debüt – ein Best Of ihrer bisherigen Karriere Down Under. Auch wenn der Bandname es vorgaukeln mag: Die Dukes Of Windsor sind keinesfalls royalen Blutes. Vielmehr legten die Jungs im australischen Windsor den Eid ab, nicht nur Freunde, sondern eine Band zu sein. Das ist inzwischen fünf Jahre her und in ihrer Heimat haben die Dukes bereits eine ordentliche Karriere hingelegt. Ihre Alben „The Others“ und Minus“ wurden mit Goldauszeichnungen und Chartplatzierungen prämiert, doch Australien war der Band nicht genug.
So residieren die Dukes Of Windsor inzwischen in Berlin, um in Europa, mindestens aber in Deutschland ein ähnliches Karriere-Kunststück zu vollbringen und veröffentlichen mit „It’s A War“ nun eine Art Best Of ihrer Discographie. Der Großteil der Songs stammt von ihrem 2008 erschienen „Minus“, auf dem sie ihren Sound aus traditionellem Rockinstrumentarium und elektronischem Topping bereits nahezu perfektioniert haben. Ob schwelgerisch wie „Crystal’s Getting High“ oder hitträchtige wie der Titeltrack, Zentrum fast aller Stücke ist die eindringliche und gleichzeitig fragile Stimme von Sänger Jack Weaving.
Die Qualitätsdichte der Songs ist unbestritten hochkarätig und damit ist „It’s A War“ ein wunderbares Kompendium für alle, denen die Dukes Of Windsor bisher durch den Radar gerutscht sind.
Dukes of windsor - It's A War
Sonntag, 21. März 2010
The White Stripes - Under Great White Northern Lights
Unsere Wertung: *****

Auf Tour gehen die White Stripes wegen Megs Angstzuständen schon länger nicht mehr, und Jack ist voll mit seinen gefühlt hundert Nebenprojekten beschäftigt (The Dead Weather, Raconteurs etc.). Damit die Kasse trotzdem klingelt, wirft man kurzentschlossen den Fans einen Knochen hin, an dem sie zufrieden nagen können. Denn wenn schon ein Livealbum, dann genau so eins: "Under great white Northern Lights" schafft beinahe die Quadratur des Kreises, fängt Atmosphäre und Dynamik der Konzerte des schwarzrotweißen Duos tadellos ein, griffig und pointiert abgemischt. Es kommt nicht selten vor, dass die hier vertretenen Versionen die Originale übertreffen. Zur Songauswahl gehören "Fell in Love with a Girl" und ihr herzzerreißendes Cover des Dolly-Parton-Hits "Jolene". Der Tourfilm auf der beiliegenden DVD verkommt da zur netten Dreingabe. War noch was? Ach ja, keine Sorge: "Seven Nation Army" ist auch dabei ...
LIVE kommt dieser dreckige Sound der zwei WHITE Streifen noch dreckiger rüber - STRONG BUY!!!!


Auf Tour gehen die White Stripes wegen Megs Angstzuständen schon länger nicht mehr, und Jack ist voll mit seinen gefühlt hundert Nebenprojekten beschäftigt (The Dead Weather, Raconteurs etc.). Damit die Kasse trotzdem klingelt, wirft man kurzentschlossen den Fans einen Knochen hin, an dem sie zufrieden nagen können. Denn wenn schon ein Livealbum, dann genau so eins: "Under great white Northern Lights" schafft beinahe die Quadratur des Kreises, fängt Atmosphäre und Dynamik der Konzerte des schwarzrotweißen Duos tadellos ein, griffig und pointiert abgemischt. Es kommt nicht selten vor, dass die hier vertretenen Versionen die Originale übertreffen. Zur Songauswahl gehören "Fell in Love with a Girl" und ihr herzzerreißendes Cover des Dolly-Parton-Hits "Jolene". Der Tourfilm auf der beiliegenden DVD verkommt da zur netten Dreingabe. War noch was? Ach ja, keine Sorge: "Seven Nation Army" ist auch dabei ...
LIVE kommt dieser dreckige Sound der zwei WHITE Streifen noch dreckiger rüber - STRONG BUY!!!!
Samstag, 20. März 2010
Jenny Wilson - Hardships!
Unsere Wertung: *****

Klasse Album!
"Hardships!" ist zu gleichen Teilen mutig, eingängig, versponnen-verspielt und zeitlos. Mit vorliegender Performance etabliert sich die Schwedin als hochkarätiges Talent, das hoffentlich bald auch international für Furore sorgt.
"Hardships!" ist Wilsons Opus Magnum, angefangen vom bezaubernden Cover-Foto mit Schrotflinte, das einen außer an Morrissey sofort an Bergman-Filme der 50er Jahre erinnert, bis hin zu dreizehn hypnotischen Pop-Miniaturen.

Jenny Wilson Like A Fading Rainbow (Official video)

Klasse Album!
"Hardships!" ist zu gleichen Teilen mutig, eingängig, versponnen-verspielt und zeitlos. Mit vorliegender Performance etabliert sich die Schwedin als hochkarätiges Talent, das hoffentlich bald auch international für Furore sorgt.
"Hardships!" ist Wilsons Opus Magnum, angefangen vom bezaubernden Cover-Foto mit Schrotflinte, das einen außer an Morrissey sofort an Bergman-Filme der 50er Jahre erinnert, bis hin zu dreizehn hypnotischen Pop-Miniaturen.
Jenny Wilson Like A Fading Rainbow (Official video)
The Postmarks - Memoirs at the End of the World
Unsere Wertung: ****

Die Band aus Florida liebt alte Filmmusik, und ihr Album könnte glatt als Soundtrack eines James-Bond-Streifens aus den 60ern durchgehen. Kein Wunder: Zwei der drei Musiker kommen ja auch aus dem Filmgeschäft. Christopher Moll ist Komponist und Arrangeur, Jonathan Wilkins schreibt Musik für Independentfilme. Ganz stilecht hat ihr Album mit dem Instrumentalstück "Theme from Memoirs" sogar eine eigene Titelmelodie. Es entwickelt sich eine besondere Dynamik, wenn sich lebendige Tracks mit melancholischen und spannungsgeladenen abwechseln - fast wie im Film. Streicher, Trompeten und die oft nur hauchende Stimme von Sängerin Tim Yehezkely verströmen Broadwayglamour. The Postmarks erinnern mit musikalischen Anspielungen an eine große Popära - und klingen damit aktueller als manch kurzlebiger Trend.

The Postmarks - No one said this would be easy

Die Band aus Florida liebt alte Filmmusik, und ihr Album könnte glatt als Soundtrack eines James-Bond-Streifens aus den 60ern durchgehen. Kein Wunder: Zwei der drei Musiker kommen ja auch aus dem Filmgeschäft. Christopher Moll ist Komponist und Arrangeur, Jonathan Wilkins schreibt Musik für Independentfilme. Ganz stilecht hat ihr Album mit dem Instrumentalstück "Theme from Memoirs" sogar eine eigene Titelmelodie. Es entwickelt sich eine besondere Dynamik, wenn sich lebendige Tracks mit melancholischen und spannungsgeladenen abwechseln - fast wie im Film. Streicher, Trompeten und die oft nur hauchende Stimme von Sängerin Tim Yehezkely verströmen Broadwayglamour. The Postmarks erinnern mit musikalischen Anspielungen an eine große Popära - und klingen damit aktueller als manch kurzlebiger Trend.
The Postmarks - No one said this would be easy
Freitag, 19. März 2010
Sambassadeur - European
Unsere Wertung: ****

Seit ihrer Gründung 2003 wartet die im schwedischen Skövde angesiedelte Formation in regelmäßigen Abständen mit allerfeinsten Indie-Pop-Releases auf. War das selbstbetitelte Debütalbum noch eine Lektion in Sachen LoFi/Shoegaze, so entschied man sich beim Nachfolger "Migration" für eine opulentere Produktion und rückte zudem den Gesang von ANNA PERSSON verstärkt in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. Das Ergebnis war eine Platzierung in den schwedischen Charts. Mit ihrem dritten Album sind SAMBASSADEUR dort angelangt, wo sie schon immer hin wollten. "European" ist ein mit unwiderstehlich catchy Melodien ausgestattetes und in zeitlos elegante Arrangements gekleidetes, facettenreich instrumentiertes Meisterwerk. Geprägt von dem bezaubernd fragilen Gesang von ANNA PERSSON bietet dieses Album perfekten Pop im Breitwandformat inklusive raffinierter Streicher und samtiger Klavier- und Gitarrenklänge. "European" ist ein Album, dessen Songs in einer Liga mit denen von Großmeistern wie PHIL SPECTOR, BURT BACHARACH oder BRIAN WILSON spielen.

sambassadeur stranded

Seit ihrer Gründung 2003 wartet die im schwedischen Skövde angesiedelte Formation in regelmäßigen Abständen mit allerfeinsten Indie-Pop-Releases auf. War das selbstbetitelte Debütalbum noch eine Lektion in Sachen LoFi/Shoegaze, so entschied man sich beim Nachfolger "Migration" für eine opulentere Produktion und rückte zudem den Gesang von ANNA PERSSON verstärkt in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. Das Ergebnis war eine Platzierung in den schwedischen Charts. Mit ihrem dritten Album sind SAMBASSADEUR dort angelangt, wo sie schon immer hin wollten. "European" ist ein mit unwiderstehlich catchy Melodien ausgestattetes und in zeitlos elegante Arrangements gekleidetes, facettenreich instrumentiertes Meisterwerk. Geprägt von dem bezaubernd fragilen Gesang von ANNA PERSSON bietet dieses Album perfekten Pop im Breitwandformat inklusive raffinierter Streicher und samtiger Klavier- und Gitarrenklänge. "European" ist ein Album, dessen Songs in einer Liga mit denen von Großmeistern wie PHIL SPECTOR, BURT BACHARACH oder BRIAN WILSON spielen.
sambassadeur stranded
Black Rebel Motorcycle Club - Beat the Devil's Tattoo
Unsere Wertung: ****

Wer die Jungs von Black Rebel Motorcycle Club über die Jahre ins Herz geschlossen hat, wird die folgenden Ausführungen nicht unbedingt gern lesen - er kennt sie zur Genüge: Der BRMC hatte von Anfang an mit der Hypothek zu kämpfen, sich zu offensichtlich bei den selbstgewählten Vorbildern in Pose und Sound bedient zu haben, zu deutlich waren die Anleihen bei Jesus & The Mary Chain, den Stooges oder den Lords Of The New Church. Und obwohl sie sich in den zwölf Jahren Bandgeschichte vielfachen Versuchen der Häutung und Wandlung unterworfen haben, ist so ein Etikett schlecht wegzubekommen - anders formuliert: Von innen läßt sich eine Schublade einfach schwerer öffnen. Insofern kann man das neue Album, wie jedes andere auch, ganz gut aus zwei Blickwinkeln beurteilen: Für den Fan wird es zweifellos als lang erwartetes Hochamt gefeiert - die Rückkehr zu deutlich dunklerer Klangfärbung, zu mehr Krach und mehr Verzerrung wird von denen goutiert werden, die den Ausflug in Richtung Gospel und Folk nicht mitgehen konnten. Stücke wie "Conscience Killer" und das brachiale "War Machine" sind exemplarisch für diese wilkommene Rückbesinnung. Wer seinen Altar daheim für die in puncto Lautstärke etwas konsequenteren Liars oder A Place To Bury Strangers freigeräumt hat, wird wieder anmerken, dass sich so manch besinnliche Ballade unnötigerweise zwischen die Rillen gedrängt hat und natürlich kann man sich streiten, ob sich BRMC mit dem Falsettgesang bei "Sweet Feeling" oder der rückgekoppelten Mundharmonika auf "The Toll" einen großen Gefallen getan haben. Mir jedenfalls scheint eine überschaubare Anzahl wirklich guter Ansätze auf zu viel Material verteilt, so dass deren Wirkung in der Masse eher gering bleibt. Trotzdem, neben den erwähnten Brechern bleiben noch der knochentrockene und vielschichtige Blues von "Aya", das angenehm beatlastige "Mama Taught Me Better" und der überraschende Pianoschunkler "Long Way Down" im Gedächtnis haften. Keine große Kunst, das alles, aber dennoch ordentliche Arbeit. Eigentlich 3 1/2 Sterne, so what ...


Wer die Jungs von Black Rebel Motorcycle Club über die Jahre ins Herz geschlossen hat, wird die folgenden Ausführungen nicht unbedingt gern lesen - er kennt sie zur Genüge: Der BRMC hatte von Anfang an mit der Hypothek zu kämpfen, sich zu offensichtlich bei den selbstgewählten Vorbildern in Pose und Sound bedient zu haben, zu deutlich waren die Anleihen bei Jesus & The Mary Chain, den Stooges oder den Lords Of The New Church. Und obwohl sie sich in den zwölf Jahren Bandgeschichte vielfachen Versuchen der Häutung und Wandlung unterworfen haben, ist so ein Etikett schlecht wegzubekommen - anders formuliert: Von innen läßt sich eine Schublade einfach schwerer öffnen. Insofern kann man das neue Album, wie jedes andere auch, ganz gut aus zwei Blickwinkeln beurteilen: Für den Fan wird es zweifellos als lang erwartetes Hochamt gefeiert - die Rückkehr zu deutlich dunklerer Klangfärbung, zu mehr Krach und mehr Verzerrung wird von denen goutiert werden, die den Ausflug in Richtung Gospel und Folk nicht mitgehen konnten. Stücke wie "Conscience Killer" und das brachiale "War Machine" sind exemplarisch für diese wilkommene Rückbesinnung. Wer seinen Altar daheim für die in puncto Lautstärke etwas konsequenteren Liars oder A Place To Bury Strangers freigeräumt hat, wird wieder anmerken, dass sich so manch besinnliche Ballade unnötigerweise zwischen die Rillen gedrängt hat und natürlich kann man sich streiten, ob sich BRMC mit dem Falsettgesang bei "Sweet Feeling" oder der rückgekoppelten Mundharmonika auf "The Toll" einen großen Gefallen getan haben. Mir jedenfalls scheint eine überschaubare Anzahl wirklich guter Ansätze auf zu viel Material verteilt, so dass deren Wirkung in der Masse eher gering bleibt. Trotzdem, neben den erwähnten Brechern bleiben noch der knochentrockene und vielschichtige Blues von "Aya", das angenehm beatlastige "Mama Taught Me Better" und der überraschende Pianoschunkler "Long Way Down" im Gedächtnis haften. Keine große Kunst, das alles, aber dennoch ordentliche Arbeit. Eigentlich 3 1/2 Sterne, so what ...
Scorpions - Sting in the Tail
Unsere Wertung: ****

Die erfolgreichste deutsche Hardrock-Band aller Zeiten verabschiedet sich von der Weltbühne, veröffentlicht vorher aber noch ein gutklassiges Album, das alle ihre Stärken zum letzten Mal eindrucksvoll bündelt.
Fast vier Jahrzehnte nach ihrem Debütalbum Lonesome Crow kündigen die Scorpions ihr Karriereende an, und der Auslöser dafür ist ausgerechnet Sting In The Tail, ihr bestes Album seit vielen Jahren. Als die Scheibe im Kasten war, dämmerte es den Hannoveranern, dass sie im fortgeschrittenen Alter wahrscheinlich nie wieder eine so furiose Scheibe auf die Kette bekommen werden, und konsequenterweise läuteten sie mit einer großen Welttournee das letzte Kapitel der beeindruckenden Scorpions-Historie ein.
Und tatsächlich ist Sting In The Tail ein Album, mit dem man sich guten Gewissens in den Ruhestand verabschieden kann. So frisch, spielfreudig und rockig klangen die Scorpions seit mindestens Crazy World (1990) nicht mehr, sogar Vergleiche mit Hardrock-Klassikern wie Love At First Sting (1984) sind nicht aus der Luft gegriffen. Mit den von fabelhaften Riffs und Melodiebögen getragenen Hard´n´Heavy-Ohrwürmern "Raised On Rock", "The Good Die Young" (mit Gastsängerin Tarja Turunen), "Turn You On" und "Spirit Of Rock" müssen sich Klaus Meine, Rudolf Schenker & Co. weder hinter der eigenen Vergangenheit noch hinter den letzten Scheiben von Bands wie Aerosmith oder AC/DC verstecken, und die einfühlsame Feuerzeug-Ballade "Lorelei" sowie das abschließende "The Best Is Yet To Come" dürften nicht wenige Fans zu Tränen rühren. Stilvoller kann man sich kaum aufs Altenteil zurückziehen.


Die erfolgreichste deutsche Hardrock-Band aller Zeiten verabschiedet sich von der Weltbühne, veröffentlicht vorher aber noch ein gutklassiges Album, das alle ihre Stärken zum letzten Mal eindrucksvoll bündelt.
Fast vier Jahrzehnte nach ihrem Debütalbum Lonesome Crow kündigen die Scorpions ihr Karriereende an, und der Auslöser dafür ist ausgerechnet Sting In The Tail, ihr bestes Album seit vielen Jahren. Als die Scheibe im Kasten war, dämmerte es den Hannoveranern, dass sie im fortgeschrittenen Alter wahrscheinlich nie wieder eine so furiose Scheibe auf die Kette bekommen werden, und konsequenterweise läuteten sie mit einer großen Welttournee das letzte Kapitel der beeindruckenden Scorpions-Historie ein.
Und tatsächlich ist Sting In The Tail ein Album, mit dem man sich guten Gewissens in den Ruhestand verabschieden kann. So frisch, spielfreudig und rockig klangen die Scorpions seit mindestens Crazy World (1990) nicht mehr, sogar Vergleiche mit Hardrock-Klassikern wie Love At First Sting (1984) sind nicht aus der Luft gegriffen. Mit den von fabelhaften Riffs und Melodiebögen getragenen Hard´n´Heavy-Ohrwürmern "Raised On Rock", "The Good Die Young" (mit Gastsängerin Tarja Turunen), "Turn You On" und "Spirit Of Rock" müssen sich Klaus Meine, Rudolf Schenker & Co. weder hinter der eigenen Vergangenheit noch hinter den letzten Scheiben von Bands wie Aerosmith oder AC/DC verstecken, und die einfühlsame Feuerzeug-Ballade "Lorelei" sowie das abschließende "The Best Is Yet To Come" dürften nicht wenige Fans zu Tränen rühren. Stilvoller kann man sich kaum aufs Altenteil zurückziehen.
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