Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Freitag, 26. Februar 2010

Drums - Summertime Ep

Unsere Wertung: ****

Summertime Ep

Nein - das Outfit ist ganz sicher nicht der Grund dafür, dass The Drums flugs als Newcomer 2009 nachgereicht werden müssen, denn die vier übersmarten New Yorker sehen aus eine üble Wiedergeburt der britischen Hupfdolen BROS aus den frühen achtziger Jahren. Beim Anhören ihres Debüts wird allerdings recht schnell deutlich, dass sich die Jungs rein musikalisch deutlich vom befürchteten Vorbild abzusetzen wissen - da steckt dann wider Erwarten mehr Substanz dahinter. Nicht ganz zu Unrecht lobhudelt der allwissende Geschmacksverordner NME noch im auslaufenden Jahr: "New York's official Coolest New Band ... this might be the most contagiously energetic NYC band of the past 10 years." Und obschon man den zeitlichen Horizont erfahrungsgemäß getrost vergessen kann, muß man doch anerkennen, dass The Drums hübschen, entspannt klingenden Postpunkpop kredenzen - schöne kleine Liedchen, die zwar keinem wirklich wehtun, aber doch frisch und inspiriert wirken. Die Single "Let's Go Surfing" nennt ein wunderschönes Cure-Riff ihr eigen, beim luftigen "Don't Be A Jerk, Johnny" klingen sie ein wenig wie die Geistesbrüder von Vampire Weekend minus Weltmusik. Dazu fallen einem noch die Smiths, Orange Juice oder auch Depeche Mode in ihren Anfangstagen mit Vince Clark ein, auch für "Submarine" und "Make You Mine" tupfen sie gekonnt kleinformatige, schwerelose Klangskizzen zusammen. Bei "The Saddest Summer" wird noch ein wenig an der Geschwindigkeit gedreht und die quietschvergnügte Melodie möchte eigentlich gar nicht zum düsteren Text passen ("Summer's just beginning, baby / I might learn to hate you, lady / One week and you're acting crazy / I might have to hate you, baby / This is what I thought it would be / This is the saddest summer ever") - egal, wir wippen einfach mit und schauen mehr als neugierig, was 2010 für The Drums wohl bringen wird ...

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Unheilig - Grosse Freiheit

Unsere Wertung: ***
Grosse Freiheit

Das lange Warten hat ein Ende! Mitte Februar werden UNHEILIG endlich das lang ersehnte neue Studio-Album „Grosse Freiheit“ veröffentlichen, welches, wie seine Vorgänger, ein weiteres Konzeptalbum ist. Die vielfach autobiografisch geprägten Themen seiner Songs transportiert Der Graf, charismatischer Sänger und Mastermind von UNHEILIG, diesmal in die Welt der Seefahrt. Das neue Album ist klarer denn je. Aufgenommen wurde "Grosse Freiheit" über das Jahr 2009 in den Tinseltown Studios in Köln mit Kiko Masbaum und Henning Verlage als Produzenten. Die Gitarrenparts sind deutlich kräftiger und präsenter, die Stimme des Grafen noch durchdringender und ausdrucksstärker. Eine absolut runde Produktion. Nie zuvor haben UNHEILIG eine vergleichbare musikalische Bandbreite gezeigt. UNHEILIG bleiben ihrer musikalischen Linie treu und schicken den Zuhörer wieder einmal auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen.

Nun aber zum großen Manko dieser Scheibe. Zu oft glaubt man eine andere Band, dies schon gibt im Player zu haben. Zuviele Songs klingen dermaßen nach Rammstein, dass man glaubt ein neues Album von denen erworben zu haben. Daher nur THREE STARS!!!!

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Mittwoch, 24. Februar 2010

Lil Wayne - Rebirth

Unsere Wertung: ****
Rebirth (Explicit Deluxe Version)

Lil Waynes außergewöhnliche Stimme trifft auf Rockbeats.
Am Anfang wusste ich nicht genau was ich davon halten sollte, aber die meisten Lieder sind echt fresh und gut anzuhören.
Herr Carter krächzt, schreit und rappt über die eingängigen, powernden Instrumentals derart ausgelassen, dass es eine wahre Freude ist. Zugute kommen ihm höchst eingängige Hooks, die seine abgedrehten Texte zusammen halten.
Auch Eminem schaut auf "Drop The World" vorbei und toppt nebenbei mit einem Vers sein ganzes letztes Album.


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Dienstag, 23. Februar 2010

Finntroll - Nifelvind

Unsere Wertung: ****
Nifelvind-Ltd.(CD)
Endlich kommen die finnischen Könige des Humppa Metal wieder aus dem Wald gekrochen! Einmal kräftig ausgespuckt, der langweilenden Konkurrenz den Finger gezeigt, die Instrumente umgeschnallt, und was dann mittels der neuen Scheibe "Nifelvind" folgt, ist eine Lehrstunde in Sachen Humppa Metal, garniert mit den verschiedensten Einflüssen und gemacht sowohl für die Nackenmuskulatur, als auch fürs Tanzbein!
Eröffnet wird der Liederreigen vom sehr stimmungsvollen Intro "Blodmarsch", das mit tribalartigem Getrommel und Beschwörungsgesängen perfekt auf die folgenden knapp 50 Minuten wahnwitzigen Trollmetals einstimmt. "Solsagan" prescht dann auch gleich ohne Rücksicht auf Verluste nach vorn, unterstützt von Vreths versoffenem Gekeife und den typischen so liebgewonnenen Schunkelchören. "Den frusna munnen" kommt etwas gemäßigter daher, hier spielen Finntroll erstmals mit elektronischen Einsprengseln, die unerwarteterweise hervorragend ins Klangefüge passen, ebenso wie die eingesetzten Bläserklänge. Auch die aus dem Keyboard stammenden Percussionklänge tragen gut zur Atmosphäre der Nummer bei. "Ett norrskensdad" beginnt mit Fidelspiel, ist ein stampfender Midtempo-Kracher und besitzt eine einprägsame Melodie. "Tiden utan tid" nimmt nach ruhigem Beginn noch ordentlich Fahrt auf und steigert sich in eine ganz schräge Nummer mit schiefen Chören. Eine Verschnaufpause gibts dann mit "Galgasang", das mit Banjoklängen (!) beginnt und dann entspannt mit Klargesang, Akustikgitarre und Akkordeon zu Werke geht. "Under bergets rot" ist durchgeknallt, schnell, mit Mitgröhl-Refrain, und erinnert an die ersten beiden Glanztaten Finntrolls, "Midnattens widunder" und "Jaktens tid". "Fornfamnad" schlägt in die gleiche Kerbe, hier kommen erneut große Bläserklänge zum Einsatz.
Auf "Drap" bündeln die Trolle dann zum Abschluss all ihre Stärken und erschaffen ein siebenminütiges völlig durchgeknalltes Stück Jahrmarkt-im-Wald-Metal.
Finntroll haben mit ihrer neuen Scheibe "Nifelvind" eine perfekte Mischung aus ihren aggressiven Frühwerken und dem Überalbum "Nattfödd" geschaffen. Wurden auf dem Vorgänger "Ur jordens djup" die Folk- und Humppaelemente etwas zurückgeschraubt, so treten sie auf "Nifelvind" wieder deutlich zu Tage, zusammen mit Einflüssen aus den verschiedensten Musikrichtungen und umgesetzt mit einer Vielzahl an außergewöhnlichen Instrumenten. Finntroll sind und bleiben in ihrer Sparte einzigartig, innovativ und durchgeknallt.

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Montag, 15. Februar 2010

The Black Box Revelation - Silver Threats

Unsere Wertung: ****
Silver Threats-Ltd Version

Traurig, dass die 60er vorbei sind? Dann hilft nur, dem Blues darüber, dass es heute einfach keinen anständigen Rock mehr gibt, ordentlich den Marsch zu blasen. Den richtigen Soundtrack zur anachronistischen Rebellion liefern die Stones oder Iggy Pop, doch es gibt auch Frischfleisch. Und wer nicht völlig von Gestern ist, sollte das belgische Duo The Black Box Revelation und ihr zweites Album auf keinen Fall verpassen. Musikalisch deutlich gereifter als auf ihrem Debüt, aber immer noch kantig-rau entführen Jan Paternoster und Dries Van Dijck in düstere Kellerclubs vergangener Tage. Ihre röhrenden, riffsatten Songs sind große Gesten für einen 19- und einen 21-Jährigen, aber weil die Qualität stimmt, fühlt sich ihre fast schon altmodisch anmutende Hingabe nicht albern, sondern authentisch an. Warum neuerfinden, wenn man auch (wieder-)entdecken kann?

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Samstag, 13. Februar 2010

Lightspeed Champion - Life Is Sweet!Nice to Meet You

Unsere Wertung: ****
Life Is Sweet!Nice to Meet You

Elvis ist tot? Zu seinem 75. Geburtstag im Januar hätte man allerdings den Eindruck gewinnen können, der King lebe weiter - in Gestalt des britischen Songwriters Devonté Hynes alias Lightspeed Champion, der mit "Devil in Disguise" und "Always on my mind" zwei grandiose Coverversionen durchs Netz jagte. Mit seinem zweiten Soloalbum macht Hynes jetzt aber selbst allen mythischen Theorien ein Ende: Zwar lässt er den Indiepop mit US-Country-Einschalag vom Debüt weit hinter sich, doch statt zu Elvis schielt er eher in Richtung Todd Rundgren und 70er-Bowie. Nicht zufällig hört man hier auch zwei instrumentale Zwischenspiele und eine Klavieretüde; mit Referenzen an Klassik und Musicals legt er zwölf Kompositionen vor, die zwischen Spacerock und wunderbar pathetischen Kammerpop pendeln. Der männliche Backgroundchor von "I don't wake up alone", ein zwischen Streichern und Holpergitarren vermittelnder Killerrefrain bei "Faculty of Fears", die herzzereißenden Zeilen "every second that you run away, makes me miss you more and more, haven't eaten for days and days": Es ist schier unmöglich, all die großen Momente dieser Platte aufzuzählen. Hynes muss gar nicht King genannt werden, er hat ja seinen Künstlernamen - und den trägt er vollkommen zu recht.

Dienstag, 9. Februar 2010

Magnetic Fields - Realism

Unsere Wertung: **
Realism

Schade! Zu Begeisterungsstürmen reisst einem dieses neue Magnetic Fields-Album leider nicht hin.
Hab mich nach den tollen Vorgängern vielleicht zu sehr darauf gefreut.
Zu wenige Songs haben das gewisse Etwas. Zuviel auf dieser Scheibe ist schlichtweg Kitsch!

The Album Leaf - A Chorus of Storytellers

Unsere Wertung: ****
A Chorus of Storytellers

Von einer Schreibblockade ist nichts mehr zu hören: Drei lange Jahre kämpfte Jimmy LaValle im Schatten des erfolgreichen Vorgängers "Into the Blue again", doch erst als er die komplette Tourband an Songwriting und Aufnahmen beteiligte, statt wie gehabt jedes Instrument im Alleingang einzuspielen, ging ihm die fünfte Album-Leaf-Platte von der Hand. Mit Unterstützung eines isländischen Bläserensembles und ein paar Sinfonikern entwirft LaValle routiniert seine sphärischen Soundlandschaften, doch als Dirigent ist er wagemutiger als bisher: So zentral wie hier war sein Gesang noch nie. Und wenn beim Song "We are" plötzlich der Moog-Synthesizer über einen treibenden Beat erklingt, sind Album Leaf endgültig beim Pop angekommen. Nach der fast schon perfekten Produktion der bisher besten Album-Leaf-Platte plant LaValle mit dem nächsten Werk übrigens eine Rückkehr zum Lo-Fi-Sound seiner Anfangstage. Sollte er bei den Aufnahmen im eigenen Schlafzimmer erneut von einer Schreibblockade heimgesucht werden, nehmen wir aber auch gerne ein Album mit Sinfonieorchester.

Retribution Gospel Choir - 2

Unsere Wertung: ****
2
Die Zeiten, in denen man ein Stethoskop brauchte, um den Slowcore von Low richtig würdigen zu können, sind längst vorbei. Das Ehepaar Alan Sparhawk und Mimi Parker wurde zuletzt immer lauter. Für ihn anscheinend nicht laut genug, denn nun legt er schon das zweite Album mit seinem Nebenprojekt Retribution Gospel Choir vor. Das Trio röhrt sich durch bluesigen, manchmal penetrant verzerrten Kratzrock, der die Leere der frühen Low großzügig mit Geschrammel zu füllen weiß. Fingerübungen für Sparhawk, der sich selbst immer wieder als schlechten Gitarristen bezeichnet. Da stapelt er zu tief, "2" bietet feste Riffs und euphorische Melodien ("Hide it away"). An technischem Können sowie manischem Gesang mangelt es nicht. Trotzdem wäre das trostlose Highlight "Bless us all" in der Low-Version sicher noch ein Quäntchen schöner. Die sind eben nicht umsonst Sparhawks Hauptband; "2" bleibt ein nettes Intermezzo.

Smoke Blow - The Record

Unsere Wertung: ****
The Record-Ltd.Version

Es scheint, als seien Smoke Blow endlich angekommen. Sechs Alben lang experimentierten die Jungs mit verschiedensten Spielarten von Punk, Hardrock, Schweinerock und Metal, Sänger Jack Letten übte sich in melodischem Heavygesang ebenso wie in kraftvollen Shouts. Auf dem siebten Album ist nun wieder einmal alles anders: "The Record" kommt als aggressives Hardcorebrett daher - laut, ungehalten, kompromisslos, gewürzt nur mit ein paar jaulenden Black-Metal-Gitarren, zu denen Letten sich inbrünstig die schwarze Seele aus dem Leib schreit. Mit dem neuen Material entfesseln Smoke Blow einen wirbelnden Sturm, der auch alte Fans aus rockigeren Zeiten durch seine schiere Energie mitreißen wird. Ob die musikalische Entwicklung hiermit allerdings an ihrem Endpunkt angelangt ist, darf wohlgemut bezweifelt werden.