Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Donnerstag, 4. Februar 2010

Midlake - The Courage of Others

Unsere Wertung: ****
The Courage of Others

Zunächst werden viele Midlake-Fans enttäuscht sein und vergeblich nach Hits wie "Roscoe" oder "Head Home" suchen. War die Durchbruchplatte "The Trials of Van Occupanther" am 70er-Rock à la Fleetwood Mac, America und Neil Young orientiert, lässt sich das Quintett aus Texas beim dritten Album ganz und gar vom traditionellen britschen Folk inspirieren. Geblieben sind der mehrstimmige Gesang, die warmen Gitarren und traurigen Streicher, doch wo beim Vorgänger noch Keyboards zum Einsatz kamen, hört man jetzt Flöten und Hörner. Ist die erste Enttäuschung über das durchweg gedrosselte Tempo und die traumhaft versponnenen Kompositionen aber erst mal überwunden, werden Fans schnell feststellen: Midlake hätten jeden Song von "The Courage of Others" zum Hit aufblasen können. Es ist gerade dieses Understatement, das diese Platte zu ihrer bisher besten und geschlossensten macht. Sie wird für lange Zeit und wegen weit mehr als nur zwei Songs Bestand haben.

Sonntag, 31. Januar 2010

Pontifex - Knaller

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Einen wahren Knaller servieren uns gar ungeniert die Kölner Punkrocker Pontifex.
Verkündeten sie uns nämlich, sie würden ihr erstes Werk einfach nicht verkaufen wollen. Stattdessen beschlossen sie
das gute Ding caritativ an die Menschheit zu verschenken und zum freien Download anzubieten.

So eine Großtat soll natürlich keinem vorenthalten bleiben. Auf geht's zur Pontifex-Homepage und holt euch das gute Teil.
Hier geht's lang: zum Knaller

Wir haben es uns natürlich auch nicht nehmen lassen, mal einen akustischen Blick auf die Scheibe zu wagen.
Und mussten feststellen, Hut ab Jungs, die Songs haben wirklich Ohrwurmtauglichkeit und präsentieren sich
musikalisch irgendwo zwischen WIZO und WEEZER, TURBONEGRO und TURBOSTAAT, frohmutig sowie poppig und im lauten Gitarrengewand, von dessen Charm man sich nur recht schwer entziehen kann.

Auf Sternchenpunkte wollen wir in diesem Fall ganz bewusst einmal verzichten, weil sich hier jeder kostenlos selbst ein Urteil bilden kann und auch sollte.

Samstag, 30. Januar 2010

Hot Chip - One Life Stand (HD)

super Song und tolles Video

Hot Chip - One Life Stand

Unsere Wertung: *****
One Life Stand
Zwei Jahre nach dem famosen Album "Made In The Dark" bringt die Londoner Band um die Gründer Alexis Taylor und Joe Goddard erneut ein Werk voller schöner, abwechslungsreicher, aber eindeutig nach Hot Chip klingender Tracks auf den immer unübersichtlicher werdenden Markt der elektronisch angehauchten Popmusik. Wie schon bei den vorherigen Alben wechselt sich Tanzbares mit Ruhigerem ab und mit "Slush" haben sie sogar eine Art Lullaby am Start echt kitschig, aber auch schaurig schön. Besonders hervorzuheben sind hier zum Beispiel das enorm groovende "We Have Love", die durch einem lässigen Beat angetriebenen ersten Singles "Take It In" + "One Life Stand" und, vor allem, die verträumte, mit einem immer wiederkehrenden, hypnotischen Gitarren-Lick verziehrte, Midtempo-Nummer "Alley Cats" - der Song erinnert zwar ein wenig an The Whitest Boy Alive, das aber muss ja nichts schlechtes heißen!

Die Scheibe wächst mit jedem Hören und ist deshalb musikalisch ein klasse Einstieg in das neue Jahrzehnt. Um das ganze auch Live vorzustellen, kommen die Fünf übrigens im März für vier Konzerte nach Deutschland.

Hot Chip haben sich hiermit ein Denkmal gesetzt!!!

Freitag, 29. Januar 2010

Delphic - Acolyte

Unsere Wertung: ****
Acolyte
Natürlich gab es bei der diesjährigen Bloc-Party-Tour wieder ein paar alte Säcke im Publikum, die bei der Begeisterung für die Vorband nicht mitmachen wollten: Die klangen ja wie New Order! Stimmt, Delphics tanzbarer Indieelektro ist tief im Manchester-Sound der 80er verwurzelt. Was länger vermisste Vorteile hat: Während NuRave-Bands gen Ende des Trends kaum noch ein Instrument beherrschten und vor lauter Sounds die Songs vergaßen, baut das Trio verstärkt Gitarren zwischen die kühlen Elektrobeats und -flächen, und immer wieder wärmt der melodische Gesang von James Cook die Songs des Delphic-Debüts. Statt nur über eng anliegende Neonleibchen nachzudenken, bauen Delphic textlich lieber Kunstbezüge ein oder zitieren im Video zur Single "Counterpoint" den russischen Filmer Andrei Tarkowski. Natürlich ist es auch nicht weniger cool, weiter zu New-Order-Klassikern wie "Blue Monday" zu tanzen, aber warum sollte man deswegen auf Songs wie "Doubt" und "This Momentary" verzichten? Zumal New Order seit mehr als einem Jahrzehnt nur noch ein, zwei Hits pro Album schaffen und den Rest mit Mittelmaß füllen - während Delphic ein, zwei Füller unter die Hits mischen.

Local Natives - Gorilla Manor

Unsere Wertung: ****
Gorilla Manor
Man kann versuchen, die Local Natives mit Verweisen auf die aktuelle Indieszene zu entzaubern. Beim Quintett aus Silver Lake treffen nämlich die harmonischen Chorgesänge der Fleet Foxes auf die ungebremste Experimentierfreude von Bands wie Yeasayer oder Vampire Weekend. Doch wer heute ein Held sein will, gibt eh offen zu, bei den alten Meistern abzuschreiben. Die Local Natives spielen bei Konzerten "Cecilia" von Simon & Garfunkel und covern auf ihrem Debütalbum den Talking-Heads-Klassiker "Warning Sign". Vielleicht sind musikalische Innovationen im Jahr 2010 längst unmöglich, als reiner Selbstzweck sind sie allemal langweilig. Auch die Local Natives verlegen sich lieber darauf, Altbewährtes auf ungewohnte Art zusammenzusetzen. Doch gerade weil sie gutes Songwriting nie einer möglichst haarsträubenden Puzzlearbeit opfern, reihen sie auf "Gorilla Manor" Indiehymnen an unwiderstehlichen Folkpop. In den Clubs sind Songs wie "Wide Eyes" und "Camera Talk" Selbstgänger. Doch hört man sie über Kopfhörer, gibt es derzeit keinen besseren Soundtrack, um dem letzten Sonnenschein hinterher zu träumen - oder besser noch dem kommenden Sommer entgegen.

Hellfueled - Emission of Sins

Unsere Wertung: *****
Emission of Sins
Die schwedische Metal-Sensations Hellfueled meldet sich endlich mit ihrem lang erwarteten Album zurück. Ihre vierte Veröffentlichung Emission Of Sins wurde von dem preisgekrönten Produzent und Songwriter Rikard Löfgren, der unter anderem für seine Arbeit mit Deathstar und Sparzana berühmt ist, mitgeschrieben und produziert. Eine Zusammenarbeit die das dynamischste und stärkste Hellfueled-Release bisher mit einer bemerkenswerten Produktion, Songs mit Hit-Potenzial und natürlich einer extremen Lautstärke hervorbrachte. Das Album besteht aus 11 hyper-dynamischen Metal-Lobgesängen, die die ganze Konkurrenz garantiert begraben werden. Die Kombination von den gewaltigen Riffs, die das Markenzeichen der Band wurden und dem Gespür Rikard Löfgrens eingängige und hochklassige Refrains zu schreiben macht das Album definitiv zum Top-Seller. Das beeindruckende Artwork wurde von Henke Walse angefertigt, der auch für unvergessene Album-Cover für The Hellacopters, The Hives, Wolf und Sahara Hotnights verantwortlich war, um nur ein paar zu nennen. Hellfueled war schon immer für den besten Metal weit und breit bekannt und dieses Album ist mit Sicherheit keine Ausnahme. Emission Of Sins wird sie als eine der größten Bands, die Schweden je hervorgebracht hat, etablieren.

Auf der Scheibe findet sich kein Ausfall, dafür setzt es jede Menge geiler Songs und Melodien, die einem jeden Tag verschönern. Irgendwann mussten die Jungs ja die Höchstnote einfahren. Warum also nicht jetzt?

Mittwoch, 27. Januar 2010

Kid Harpoon - Once

Unsere Wertung: ****
Once

Der in Chatham geborene Tom Hull, besser bekannt als Kid Harpoon, startete in der Londoner Szene Anfang 2006. Seine erste Veröffentlichung „The River ,The Ocean, The Pearl“ erblickte das Licht der Welt noch im gleichen Jahr. Sein Debütalbum „Once“ erscheint nun mit deutlich Verspätung.

Kid Harpoon hat sich nie als Teil irgendeiner Szene gesehen und schon gar nicht als Teil dieser Szene, die gerade angesagt war. Bevor er in die falsche Schublade gesteckt werden konnte, erschien Trevor Horn als Retter. Und so entstand das Album des jungen Londoners in Los Angeles mit dem weltbekannten Produzenten an den Reglern und einer Handvoll exquisiter Studiomusiker vor den Mikrophonen. Das Album ist damit viel eher ein Rock’n’Roll-Songwriter-Album geworden als das von einigen Leuten erwartete Neo-Folk-Album. Transportiert wird auf jeden Fall das Bild eines Künstlers, der lange Zeit nach seinem Platz gesucht hat und ihn nun letztendlich gefunden hat. Sicherlich mag man hie und da auch Trevor Horns Einfluss wieder finden, doch ganz sicher entfalten sich eine Energie und ein Glanz, der nur Kid Harpoon zugeschrieben werden kann. Ende gut, alles Gut: Ein einzigartiges Album ist nach all dieser Zeit herausgekommen, das ein wenig an die früheren Bob Dylan Alben erinnert und sicherlich seinen Platz finden wird in der derzeitigen Musiklandschaft.

White Rabbits "Percussion Gun" Official Video

That's the real deal: zwei Schlagzeuge, unglaublich gute Songs und sechs coole Amis die ihre Instrumente perfekt beherrschen.

Album: It's Frightening

Causa Sui - Summer Sessions Vol. 1-3

Unsere Wertung: ****


Die CDs bieten genau das, was der Titel verspricht - nämlich lange Improvisationen, die so entspannt sind, als säße man mit einer Tüte und einer Flasche Wein am Strand.

Ohne große philosophische Diskussionen auszulösen, bedeutet Causa Sui so etwas wie "Zweck an sich". Ein guter Name für eine Band, die selbstzufrieden musiziert und ihre Hörer dabei in die eigene Klangwelt mitnimmt.