Diese Seite versorgt Euch mit kritischen Kommentaren zu aktuellen CD Neuerscheinungen.
die TuneSpy CD-Reviews

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Donnerstag, 21. Februar 2008

The Solution - Will Not Be Televised

Unsere Wertung: ****



Nicke Anderson ist einer der wenigen echten Multitalente im Rockbusiness. Während viele seiner Kollegen in ihren Nebenprojekten oder Nachfolgebands nahezu das gleiche wie schon immer machen, ist dieser Mann stets für Überraschungen gut. Hat er bei den Deathmetal-Jüngern von Entombed noch kräftig in Felle gehauen, konzentrierte er sich beim schwedischen Rock'n'Roll-Flaggschiff The Hellacopters aufs Songwriting und das Gitarre spielen und entwickelte sich vom Shouter zu einem klasse Sänger mit hohem Wiedererkennunsgwert.

Vor knapp 4 Jahren startete er mit Scott Morgan das Nebenprojekt "The Solution", welches mit Communicate eine fabelhafte Aufarbeitung der 60er R&B- und Soul-Musik darstellt. Unglücklicherweise sucht sich Herr Anderson immer solche Segmente aus, in denen es nicht viel zu holen gibt, aber genau das macht eben einen Vollblutmusiker aus. Der Mann macht einfach das was ihm Spaß macht, völlig abseits jeglicher Trends.

Nun läuft also die neue "The Solution" Scheibe in meinem Player und hier kommt gleich die erste Überraschung: Zum ersten mal klingt eine Nicke Anderson Produktion genauso wie das Vorgänger-Album. Aber ist das wirklich verwunderlich? Schliesslich handelt es sich hier um echte Retro-Mucke, wer erwartet da schon eine Weiterentwicklung? Das Album groovt und swingt von Anfang bis Ende, ist wieder mit herrlich fetten Bläserpassagen versehen und mit hervorragenden Backgroundsängerinnen besetzt. Ein Piano darf natürlich auch nicht fehlen und hinter der Schießbude hat Nicke wieder Platz genommen. Über allem thront Scott Morgans Stimme und setzt dem ganzen die Krone auf. Scott Morgan, der Mann, der früher mit MC5 und Stooges Bandmitgliedern sein Unwesen trieb.

Das schönste an The Solution ist, dass uns die Jungs nicht nur Coverversionen servieren, sondern auch pressfrische Songs, die aber so abgehangen klingen als wären sie aus den 60ern.

Alles in allem eine feine Scheibe und für alle, die mal wieder den Dreck der Straße ins Wohnzimmer holen wollen oder nach dem Bluesbrothersfilm eine gute Anschlussplatte suchen, ein unbedingter Pflichtkauf.


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Alaska in Winter - Dance Party in the Balkans

Unsere Wertung: ****



Trompeten, Beats, ein Schlagzeug im 4/4-Takt und Klaviernoten bilden ein einfaches Gerüst, über das Bethancourt seine unsentimentale Stimme legt. Hinter den kryptischen Titeln verbergen sich Stücke, die selten eine Länge von drei Minuten erreichen. Eher Schnipsel als konventionelle Lieder also, die fast nahtlos ineinanderfließen.
Wäre das Album in Alaska fertig geworden, hätte es wohl kaum Interesse geweckt. Doch davor kehrte Bethancourt in seine Heimat Santa Fe in New Mexico zurück und lud verschiedene Freunde ein, um das Material zu veredeln.
Den wichtigsten Beitrag liefern aber Stefanie Lamm und Hilary Bethancourt, die mit ihren hohen Organen wesentlich zur melancholischen, manchmal trostlosen Atmosphäre beitragen. Gerade im Spiel der teilweise elektronisch verfremdeten Stimmen liegt der größte Reiz, den auch das scheppernde und eher überflüssige Schlagzeug nicht mindert. Besonders intensiv fallen dabei "Horsey Horse" und das abschließende "Close Your Eyes – We Are Blind" aus, das einzige Stück, aus dem eine Single abzuleiten wäre.

Hörproben hier!

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Home of the Lame - Sing What You Know

Unsere Wertung: ****



Sicherlich hätte so mancher von Felix Gebhard alias Home Of The Lame erwartet, er werde auch in zehn Jahren noch jedem aktuellen Trend trotzen und nur mit Akustkgitarre den einsamen Singer/Songwriter geben. Doch schon die erste Textzeile enthüllt, dass sich seit dem Debüt "Here, of all Places" einiges verändert hat: "You can't stand the old songs anymore, they used to mean so much before". Gebhard hat die Musiker seiner Tourband befördert und Home Of The Lame offiziell zum Quartett erklärt. Natürlich bleiben Folk und Country die Hauptkoordinaten, doch jetzt wird eingestöpselt, üppiger arrangiert und offensiver am Popappeal gearbeitet. Passend dazu wagt sich Gebhard in seinen Texten häufiger aus der Introspektive, um ganz allgemein die wichtigen Dinge in den Blick zu nehmen: die Liebe, die Kunst, das Leben. Der Ohrwurm "Engines" könnte es gut und gerne auf die Tanzflächen der Indieclubs schaffen, und wäre die Musikwelt ein besser Ort, dann liefe "The Radio" genau dort. Weil das aber nicht so ist, wird bei Home Of The Lame weiter getrotzt. Nur eben vielseitiger und zu viert.

Auf MySpace stellt die Band Hörproben bereit.



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Freitag, 15. Februar 2008

State Radio - Year of the Crow

Unsere Wertung: *****

Unverständlich, warum das 2006 erschienene Debüt "Us against the Crown" nicht mächtig durch die Decke ging. Großartiger Sound zwischen Rock, Reggae und Indie, gepaart mit politischem Protest, dem Wunsch, etwas zu verändern: So was ist doch eigentlich angesagt. Aber vielleicht war die Combo von Chad Urmston den Leuten zu kompliziert. Doch es geht auch anders - nur niemals ohne Haltung. "Guantanamo", "CIA", "Fall of the American Empire": State Radio haben einen mehr als würdigen Nachfolger fürs erste Album hingelegt und sind weder inhaltlich noch musikalisch eingeknickt.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass State Radio mit dieser Platte auch in Europa den Durchbruch schaffen könnten. Selten hat man aus Amerika einen so erfrischenden Sound gehört, State Radio mischen Alternative Rock, Ska, Reggae mit ruhigen akustischen Momenten. Heißer Geheimtipp! Großartiges Album!!!

MySpace bietet wieder Gelegenheit etwas von diesen Album einzuhören.

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Lou Rhodes - Bloom

Unsere Wertung: ****



LOU RHODES kann mit einer beeindruckenden Karriere aufwarten - sie ist seit 11 Jahren als Mitglied der richtungsweisenden Trip-Hop Architekten LAMB und auch als Solokünstlerin erfolgreich unterwegs. Ihr Solodebütalbum "Beloved One" wurde 2006 von Kritikern und Fans gleichermaßen abgefeiert und u.a. für die Kategorie "An album of the year 2006" für den renommierten Mercury Prize nominiert. LOU RHODES gehört zweifelsohne zu den führenden Singer/ Songwriter Talenten Englands und ist seit Jahren ein Begriff für ihre Ausnahme-Stimme. Sie war nicht nur die Stimme und Songwriterin von LAMB, sondern war als Gastsängerin, unter anderem bei 808 State, Funkstörung, Plump DJs, A Guy Called Gerald und The Cinematic Orchestra tätig. Ihre mit "Bloom" betitelte neue Platte setzt daher konsequenterweise dort an, wo sie mit "Beloved One" aufgehört hat und belegt eindrucksvoll ihre Weiterentwicklung als Solo-Künstlerin. Auf "Bloom" bilden sanfte Akustik-Gitarren, ruhiges Schlagzeugspiel und Streicherarrangements den Rahmen für die unverwechselbare Stimme von LOU RHODES. Die Texte handeln meist von den unschönen Seiten der Liebe und sind von zarter Melancholie durchtränkt. Beim Durchhören des Album gewinnt man schnell den Eindruck, stets neue Stimmen wahrzunehmen, denn die Gesangskünste von LOU RHODE erinnern mal an die sanft-raue Norah Jones, mal an die Röhre Alanis Morissette, um später wieder zur Ähnlichkeit der glasklaren Stimme von Joni Mitchell zurückzukehren. Das wunderschön-melancholische Album wird als Gesamtwerk mit dem Design des amerikanischen Malers Tim Gates komplettiert.

Auf MySpace gibt's wieder Kostproben.

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Donnerstag, 14. Februar 2008

Morrissey - Greatest Hits

Unsere Wertung: ***



Auf dieser Greatest Hits befinden sich wirklich seine größten Chart-Hits, nicht seine besten Songs.

Also, über die Songauswahl mag man streiten, aber die Reihenfolge? Hat die schon mal jemand beschrieben? Grauenhaft! Holprig. Worst mixtape ever würde ich das nennen. Die Übergänge passen hinten und vorne nicht.

Deshalb nur diese 3 Sterne.

Über die Songs an sich sage ich nur so viel: Ich finde sie alle große Klasse.


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Mary J. Blige - Growing Pains

Unsere Wertung: ****



Vor ein paar Jahren versprach Mary J. Blige "No more Drama", wurde eine der erfolgreichsten R'n'B-Sängerinnen und ließ die Finger von den Drogen. Was könnte dieser Frau nach über 25 Millionen verkaufter Platten denn noch Schmerzen verursachen? Vielleicht, dass das Nina-Simone-Filmprojekt, in dem Blige die Hauptrolle spielen soll, mal wieder verschoben wurde, auf 2009. Ihr neues Album jedenfalls dürfte die R'n'B-Diva kaum als schmerzhafte Erfahrung einordnen, denn mit Produzenten wie Ne-Yo, Dre und Timbaland, Gastauftritten von Ludacris und Usher und seinem selbstbewusst souligen R'n'B-Sound dürfte es wieder sofort in die Charts marschieren.

Die Drama-Queen in stimmlicher Hochform.

Auf ihrer wirklich sehr ansprechenden Homepage kann man sich das neue Werk vorführen lassen.

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Pete and Perquisite Philly - Mystery Repeats

Unsere Wertung: ****

Was Peter Perquin und Pieter Monzon hier veranstalten, zeugt von innerer Zufriedenheit, von Ausgeglichenheit. Hier passiert Rap, der so spielerisch klingt, als hätte ihn das holländische Duo in jenem Alter gemacht, das auf den Cover-Bildern erkennbar ist - kindliche Unbefangenheit birgt scheinbar Potential für wirklich freie Entfaltung. Eine Zeit, in der man tatsächlich die Möglichkeiten hat, das zu machen, worauf man Lust hat.

Es wird so wunderbar sauber auf Hip Hop-Konventionen und Rap-Plattitüden geschissen, dass man sich mit der Klobürste die Zähne putzen würde. Peinlich ist ruhiger und gefühlvoller Rap nämlich nur dann, wenn er falsch gemacht wird. Dass das richtig umgesetzte Konzept von Pete & Perq zusätzlich zur hohen Qualität sogar Abnehmer finden kann, zeigten sie vor wenigen Monaten in ihrer Heimat Holland. Dort stieg "Mystery Repeats" auf Platz Zwei der Charts ein – sogar vor Kanye West und 50 Cent.

Hier ihre MySpace-Kostproben

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Michael Jackson - Thriller 25th Anniversary Edition

Unsere Wertung: ***



Mit dieser Veröffentlichung "Thriller 25th Anniversary Edition" soll eines der wichtigsten Musikalben sowie der wohl einflussreichste Pop-Sänger des Zwanzigsten Jahrhunderts gewürdigt werden.
Grund genug also für die Remixes namhafte/talentierte Künstler an Land zu ziehen. Kooperationen mit Diana Ross, Paul McCartney oder Stevie Wonder haben es vorgemacht und den Qualitätsstandard angenehm hoch angesetzt.
Und heute?
Kanye West? Ok, nachvollziehbar, aber was zum Henker haben die flavor of the month Kindergeburtstags-Hip-Hopper und talentfreien Knallchargen wie Will.I.Am, das abgehalfterte Piepsestimmchen Fergie und der Black-Music-Antichrist Akon auf dem Album verloren?!
Wir sprechen hier von THRILLER! THRILLER!!!

Ist der Kurs derart tief gesunken, dass Michel Jackson mit dem Bodensatz des Popbusiness vorlieb nehmen muss?

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Montag, 11. Februar 2008

A Fine Frenzy - One Cell in the Sea

Unsere Wertung: ****



Seit Oktober 2007 schwirren A Fine Frenzy durch unsere Radiolandschaft mit einem Song der so einfühlsam, schwermütig, sensibel und so verdammt großartig ist, dass es so manchen Hörer die Sprache verschlagen mag. Ich spreche von Almost Lover, der kleinen Indiepopballade, die so aufs wesendliche reduziert ist, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt als sich von der Stimme und dem fantastischen Klavierspiel Alison Sudols in den Bann ziehen zu lassen.

Etwas Pompöser beginnt Alison ihr Debütalbum mit Come On, Come Out. Zum Klavier kommen noch Elegante Streicher und perfekt gesetzte Drumms. Gepaart mit einem Refrain, der ebenso Popig wie großartig ist. Dieser Song macht Lust auf mehr. Rangers und Think Of You sind von ähnlichem Schlag. Zeitlose Popballaden die direkt einen weg ins Herz suchen und dort eine Zeit lang verweilen.

Einigen Songs hätte es sicher gut getan, noch ein bisschen Reifen zu können, aber alles in allem ist es ein schönes Album geworden, welches geschickt die Lücke zwischen schwermütiger Wintermusik und beschwingter Frühjahrsmusik füllt.

Dieses Album besitzt wirklich viele Songs, wo man
beim ersten hören instinktiv die Repeat Taste drücken möchte, die Augen schließen und einfach ein paar Minuten seinen Gedanken hingeben.



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